Armenien und Aserbaidschan: EU fordert Aufklärung wegen Gewaltvideos

Archivfoto: Dschermuk, eine armenische Stadt, die von den Aserbaidschan bombardiert und angegriffen wurde, trägt die Narben der Kämpfe, eine in der Straße platzierte Rakete, verbrannte Felder und Verwundete im Krankenhaus der Stadt. Foto: Gilles Bader/Le Pictorium Agency via ZUMA/dpa
Die EU-Kommission fordert eine Untersuchung von Videos, die mutmaßliche Kriegsverbrechen in Armenien und Aserbaidschan zeigen.
„Die Europäische Union verurteilt jegliche Verletzung des Völkerrechts und Verbrechen gegen die Menschlichkeit und wir fordern eine sofortige und umfassende Untersuchung durch die zuständigen Behörden“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Dienstes der EU am Montag.
Der EU-Sonderbeauftragte Toivo Klaar forderte am Sonntag nach der Veröffentlichung eines Videos, das angeblich die Hinrichtung armenischer Kriegsgefangener zeigt, Klarheit. „Falls sich dieses Video als authentisch erweist, dann handelt es sich um ein Kriegsverbrechen, das untersucht und die Täter bestraft werden müssen“, schrieb Klaar auf Twitter. Später fügte er hinzu, er habe mehrere Videos erhalten, die offenbar Kriegsverbrechen an Aserbaidschanern zeigten. Auch diese müssten untersucht werden.
Die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken streiten sich seit Jahrzehnten um die Kontrolle über das Gebiet von Bergkarabach. Im Jahr 2020 flammten die Kämpfe wieder auf. Erst Mitte September waren bei einem Angriff Aserbaidschans auf beiden Seiten mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen.
dpa/dtj