Mehrere mutmaßliche Drahtzieher des Schleusernetzwerks wurden festgenommen. Foto: Europol

Ermittler haben in mehreren europäischen Ländern insgesamt acht mutmaßliche Drahtzieher großer internationaler Schleusernetzwerke festgenommen – fünf davon durch die Bundespolizei.

Im Zuge der Ermittlungen der Taskforce „Pathfinder“ wurden bisher 126 mutmaßliche Mittäter festgenommen worden, teilten Bundespolizei und Europol am Freitag mit. 19 dieser Festnahmen seien in Deutschland erfolgt. Bei 70 Durchsuchungen in Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen hätten Ermittler Beweismittel und Vermögenswerte von mehr als 600.000 Euro sichergestellt.

Neben den acht festgenommenen Verdächtigen identifizierten die Ermittler sechs weitere mutmaßliche Drahtzieher. Insgesamt sollen deren Netzwerke mindestens 10.000 Menschen, überwiegend syrische und türkische Staatsangehörige, mittels PKW, aber auch per Kleintransporter und LKW, unter teils lebensgefährdenden und unmenschlichen Bedingungen aus der Türkei über die Balkanroute überwiegend nach Österreich und Deutschland sowie andere Länder Westeuropas gebracht haben.

Die kriminellen Organisationen seien wie Reiseunternehmen aufgebaut gewesen – mit Fahrern, Transportfirmen und Unterkünften, die gegen Bezahlung gemeinsam genutzt werden konnten. Ihre Kunden hätten die Täter über soziale Medien geworben, Geld sei über das sogenannte Hawala-Finanzsystem an Banken vorbei geflossen.

dpa/dtj