Archivfoto: Rohingya-Flüchtlinge gehen mit ihrem Gepäck über ein Reisfeld. Foto: Km Asad/ZUMA Wire/dpa

China will Bangladesch weiter bei Rückführungsversuchen von Rohingya-Flüchtlingen ins Nachbarland Myanmar unterstützen.

Das gab Bangladeschs Außenminister Abul Kalam Abdul Momen nach einem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi am Sonntag in der Hauptstadt Dhaka bekannt. Wang war bei der Pressekonferenz abwesend. China werde bei der Rückführung unterstützen und habe bereits auch 3000 Häuser in Myanmar gebaut, in die Flüchtlinge nach ihrer Rückkehr ziehen könnten, sagte Momen.

In Bangladesch leben Hunderttausende Rohingya in überfüllten Camps, die 2017 vor Militärgewalt in ihrer Heimat Myanmar flohen. Die Vereinten Nationen bezeichnen die Verfolgung der muslimischen Minderheit in dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar als Völkermord. Bangladesch hofft, dass sie wieder nach Myanmar zurückkehren, aber bislang scheiterten mehrere Rückführungsversuche wegen Sicherheitsbedenken der Flüchtlinge. In Myanmar gab es im vergangenen Jahr einen Putsch.

Bangladesch erkennt Taiwan nicht an

Bei Vermittlungen zwischen Bangladesch und Myanmar half China schon zuvor. Die Rohingya hatten durch ein 1983 erlassenes Gesetz der Militärjunta Myanmars ihre Staatsbürgerschaft verloren, viele Flüchtlinge glauben nicht, dass sich ihre Lage ohne Staatsbürgerschaft verbessert.

Bei dem Treffen von Wang und Momen bekannte sich Bangladesch auch zur Ein-China-Politik. Diese Politik sieht die kommunistische Führung in Peking als alleinige Regierung eines einzigen Chinas. Alle Staaten, die Beziehungen zur Volksrepublik unterhalten wollen, müssen sich nach dem Willen Pekings daran halten und dürfen Taiwan nicht als unabhängiges Land anerkennen. In dem Zusammenhang führt China derzeit großangelegte Militärmanöver um Taiwan durch. Sie sind eine Reaktion auf den Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, diese Woche in der Inselrepublik.

dpa/dtj