Bildung & Forschung

Berliner Lehrerin Fatma Kan erhält Deutschen Lehrkräftepreis 2025

  • Februar 25, 2026
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Berliner Lehrerin Fatma Kan erhält Deutschen Lehrkräftepreis 2025

Die Berliner Lehrerin Fatma Kan ist mit dem Deutschen Lehrkräftepreis 2025 geehrt worden. Die Deutsch- und Englischpädagogin der Quinoa – Bildung für hervorragende Lebensperspektiven gGmbH setzte sich in der Kategorie durch, in der Lehrkräfte von ihren Schülerinnen und Schülern selbst nominiert werden.

Am Montag ist die Berliner Pädagogin Fatma Kan mit dem Deutschen Lehrkräftepreis ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde 2009 vom Deutschen Philologenverband (DPhV) und der Vodafone Stiftung Deutschland gestiftet. Schirmherrin der Preisverleihung war Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Simone Oldenburg, die 2025 als Präsidentin der Bildungsministerkonferenz fungierte.

Insgesamt vergaben die Initiatoren in diesem Jahr 18 Auszeichnungen für Preisträger aus zehn Bundesländern. Kan siegte in der „Publikumskategorie“, in der Lehrende von ihren Schülerinnen und Schülern selbst vorgeschlagen werden.

Schüler sehen in Fatma Kan „nicht nur Lehrerin, sondern Vorbild“

Fatma Kan ist seit drei Jahren als Lehrerin für Deutsch und Englisch an der Quinoa-Schule tätig. Dazu ist sie Fachbereichssprecherin für Englisch sowie Klassenleiterin. Diese freie Schule im Wedding finanziert sich über Spenden. Es sind vor allem Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwachen Familien, die dort unterrichtet werden. Die Initiative zur Nominierung Kans ging auch von diesen aus. Im „Tagesspiegel“ berichtete die Pädagogin über eine „Überraschung“, die ihre Schüler ihr in Aussicht gestellt hatten.

Der Deutsche Lehrkräftepreis geht Jahr für Jahr an Lehrkräfte, Schulleitungen und innovative Unterrichtsprojekte, die durch besonderes pädagogisches Engagement hervorstechen. Bundesweit zehn Pädagogen werden von den Schülern selbst nominiert. Die von Kan geleitete Klasse hatte an der Quinoa-Schule die Initiative dazu ergriffen. Die Schule erreicht nach eigenen Angaben eine Abschlussquote von 100 Prozent und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt.

Auf der Website des Deutschen Lehrkräftepreises finden sich Stimmen aus den Reihen der Schüler selbst. Frau Kan, so heißt es dort etwa, sei „für uns nicht einfach nur eine Lehrerin, sondern auch ein echtes Vorbild“. Ihr Unterricht sei durch „Energie und Leidenschaft“ geprägt. Sie ermutige dazu, „an uns selbst zu glauben“ und fordere die Klasse immer wieder auf, „selbstständig zu denken und Verantwortung zu übernehmen“.

Muslimische Lehrerin will Botschaft vermitteln: Multikulturalität ist eine Chance

Neben der fachlichen Kompetenz loben ihre Schüler die menschlichen Qualitäten ihrer Lehrkraft. Fatma Kan gehe es nicht nur um Noten, heißt es aus ihrer Schülerschaft, sie „sorgt dafür, dass wir als Menschen wachsen“. Die Pädagogin behandele ihre Schüler mit Respekt und begegne ihnen auf Augenhöhe. Dazu eröffne sie Raum für Kreativität und eigene Ideen.

Unter den diesjährigen Preisträgerinnen ist Kan die einzige Lehrerin mit Kopftuch – in einer Stadt, in der engagierte Lehrerinnen aus der muslimischen Community immer noch gegen Diskriminierung kämpfen müssen (mehr über sie und die weiteren Preisträgerinnen und -trägern unter diesem Link). Die Preisträgerin sieht darin ein positives Signal und will ihren Schülerinnen und Schülern eine Botschaft vorleben: „Es ist egal, woher ihr kommt und woran ihr glaubt, keiner kann euch Steine in den Weg legen.“

Sie möchte ihr anvertrauten Kindern und Jugendlichen deutlich machen, dass Herkunft und nichtdeutsche Muttersprache keine Hindernisse sein müssen. Multikulturalität sei „ein Schatz in der Hand – auch wenn es nicht ganz einfach ist, das im ersten Moment zu erkennen“.

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