Archivfoto: Palästinensische Trauernde tragen den Sarg der getöteten Al-Dschasira-Reporterin Abu Akle während ihres Trauerzuges zu ihrer letzten Ruhestätte. Abu Akle war am 11. Mai 2022 während eines israelischen Militäreinsatzes im Westjordanland durch Schüsse getötet worden, abgefeuert wahrscheinlich von israelischen Soldaten. Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Bei einem israelischen Militäreinsatz im Westjordanland sind erneut zwei Palästinenser getötet worden.

Ein 26- und ein 27-Jähriger seien bei Zusammenstößen in der nördlichen Palästinenserstadt Dschenin ums Leben gekommen, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Daraufhin wurde in der Stadt ein Generalstreik ausgerufen. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Erst am Dienstag waren im Westjordanland vier Palästinenser bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten und ein weiterer nach einer Autoattacke auf eine Soldatin getötet worden.

Berichte über gewaltbereite israelische Siedler nehmen zu

Die Lage im besetzten Westjordanland ist seit Monaten sehr angespannt. Nach einer Serie von Anschlägen auf Israelis, die im März begonnen hatte, führt die Armee dort vermehrt Razzien durch. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in diesem Jahr bereits 158 Palästinenser in Zusammenhang mit Militäreinsätzen, bei Zusammenstößen oder eigenen Anschlägen getötet. Es gibt zudem zunehmend Berichte über Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser, israelische Aktivisten oder Soldaten.

In Israel und im Westjordanland wiederum wurden in diesem Jahr 31 Zivilisten und Sicherheitskräfte bei Anschlägen getötet. Bei den Attentätern handelte es sich um Palästinenser und israelische Araber.

dpa/dtj