Nach dem unerwarteten WM-Aus wird der Rücktritt von İlkay Gündoğan (r.) und Thomas Müller aus der deutschen Nationalmannschaft erwartet. Foto: DFB

Das war es schon für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Katar. Wie 2018 reist das DFB-Team nach der Vorrunde heim. Auf der anderen Seite hat Marokko zum ersten Mal seit 36 Jahren wieder das Achtelfinale erreicht.

Aus und vorbei – der deutsche Fußball liegt vier Jahre nach dem historischen Vorrunden-Aus schon wieder am Boden. Nach Joachim Löw in Russland hat es auch Hansi Flick bei der WM in Katar böse erwischt. Das dürftige 4:2 (1:0) nach späten Joker-Toren von Kai Havertz (73./85. Minute) und Niclas Füllkrug (89.) sicherten zwar noch den Sieg, aber nicht mehr den Einzug in die K.o.-Runde im letzten Gruppenspiel gegen einen limitierten Gegner aus Costa Rica. Japans überraschender 2:1-Sieg gegen Spanien riss die DFB-Auswahl aus allen Achtelfinal-Hoffnungen.

Nach einer erneut missratenen Vorrunde fliegen die mit Titelträumen angereisten deutschen Spieler daher blamiert zurück nach Deutschland, wo auf den DFB, Bundestrainer Flick und Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff unruhige Adventstage mit kritischen Fragen nach der Zukunft warten. In knapp anderthalb Jahren steht schließlich die EURO 2024, die in Deutschland ausgetragen wird.

Özil in Katar: „Sehen uns bald wieder“

Ob auch Mesut Özil vor Ort war, als die deutsche Nationalmannschaft aus dem Turnier ausschied, ist bisher nicht bekannt. Wohl aber, dass er als Zuschauer bei der Fußball-WM in Katar gewesen ist. „Großartig, in Katar zu sein“, schrieb der Weltmeister von 2014 am Donnerstag bei Twitter. „Danke für die tolle Gastfreundschaft und die perfekte Organisation – es ist immer wieder eine Freude, hier zu sein.“ Dem Bild zufolge, das der 34-Jährige dazu stellte, hatte Özil die Partie des Gastgebers gegen die Niederlande (0:2) am Dienstag im Al-Bait Stadion besucht. „Wir sehen uns bald wieder“, schrieb Özil.

Der deutsche Ex-Nationalspieler war in Abwesenheit und unfreiwillig bereits am vergangenen Sonntag Teil des Turniergeschehens. Während der Partie der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien (1:1) hatten einige Zuschauer Bilder des Mittelfeldspielers in die Höhe gehalten – wohl als Protest gegen die deutsche Kritik an Katar im Zuge der Diskussion um die „One Love“-Kapitänsbinde. Özil war nach der WM 2018 aus der DFB-Auswahl zurückgetreten und hatte dem Deutschen Fußball-Bund unter anderem Rassismus vorgeworfen.

Marokko schreibt Geschichte

Während neben Deutschland auch Belgien überraschend die frühzeitige Heimreise antreten, tanzten Marokkos WM-Helden nach ihrem historischen Sieg wild feiernd durch den Mittelkreis, die ganze Erleichterung nach 36 Jahren Warterei fiel von der Mannschaft um den früheren Bundesliga-Star Achraf Hakimi ab. Erstmals seit 1986 hat sich das Team am Donnerstag durch ein 2:1 (2:1) gegen Kanada wieder für ein Achtelfinale bei einer Fußball-WM qualifiziert.

„Es ist wunderbar. Wir haben mit unserer Qualifikation für die nächste Runde Geschichte geschrieben“, sagte Torschütze Hakim Ziyech. „Ich bin stolz auf das, was wir heute geschafft haben. Wir kämpfen in allen Spielen zusammen.“ Teamkollege Romain Saiss ergänzte: „Wir haben mit unserem Herzen für unser Land gespielt. Wegen dieser Momente entscheidet man sich dafür, Fußball zu spielen.“

Die Gruppenphase der WM geht heute mit den Spielen der Gruppen G und H zu Ende. Bereits morgen beginnt dann die K.o.-Phase, in der unter anderem Argentinien mit Superstar Lionel Messi auf Australien trifft. Die Marokkaner bekommen es am Dienstag mit Spanien zu tun.

dpa/dtj