Geflüchtete ins Meer geworfen? Griechenland dementiert

Fernsehteams und Reporter stehen hinter einem Absperrband am Strand und begutachten ein griechisches Rettungsboot. Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa
„Falsche Propaganda“ oder unmenschliche Praxis? Die griechische Regierung hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach die Küstenwache des Landes geflüchtete Menschen vor der Insel Samos ins Meer geworfen haben soll. Was bislang bekannt ist.
Die Medienberichte seien wohl das Ergebnis türkischer Desinformation, erklärte Migrationsminister Notis Mitarakis am Donnerstagabend. „Die von der Türkei betriebene Propaganda über illegale Migration führt dazu, dass in den Medien häufig falsche Geschichten auftauchen.“
Griechenland schütze die Außengrenzen der Europäischen Union unter vollständiger Einhaltung des Völkerrechts, teilte der Minister schriftlich mit. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und die britische Zeitung „The Guardian“ hatten zuvor einen Bericht veröffentlicht, in dem schwere Vorwürfe erhoben werden.
Starben zwei Geflüchtete?
Demnach sollen im September griechische Grenzschützer aus der Türkei angekommene Migranten, die die griechische Insel Samos bereits erreicht hatten, wieder auf Boote gebracht und ins Meer geworfen haben. Dabei seien mindestens zwei Geflüchtete ertrunken.
Yunanistan Samos adasında üç sığınmacıyı yakalamış, sonra da bunları tekneye bindirip denizin ortasına atmışlar. İkisinin cesedi Türkiye sahillerine vurmuş. Hayatta kalan da bir dönem Kamerun donanmasında çalıştığı için aldığı eğitimi kullanarak kurtulmuş. https://t.co/qlW1NECYIY
— mungo (@siyahioyuncu) February 17, 2022
Mitarakis teilte mit, es gebe auf griechischer Seite zwar unabhängige Untersuchungen zu derartigen Vorwürfen. Allerdings würden die Autoren solcher Berichte von ihnen angeforderte Details und Beweise nicht an Behörden übermitteln und ihnen die Prüfung damit erschweren.
dpa/dtj