Eine türkische Militärübung sorgte in Griechenland für Empörung. Foto: Screenshot/Haber Global

Die griechische Regierung hat die Türkei davor gewarnt, in der östlichen Ägäis weiterhin militärisch zu provozieren. „Für uns ist jede Insel, jede kleine Insel, jede Felseninsel Heimat“, sagte Vize-Verteidigungsminister Nikos Chardalias.

Ankara spricht Griechenland indes die Souveränität über etliche Inseln in der östlichen Ägäis ab, weil diese militarisiert sind. Athen begründet die Militarisierung mit der Präsenz von Landungstruppen an der türkischen Westküste.

Den Nachbarn solle klar sein, dass Athen zwar Frieden und Verständigung wolle, man aber angesichts solcher „terroristischen Praktiken“ ebenfalls auf militärische Stärke setzen werde, sagte Chardalias in einem Interview, das die Zeitung am Montag online stellte. Für Entrüstung sorgte am selben Tag ein Video, das türkische Streitkräfte während einer Militärübung bei der Einnahme einer Insel zeigt.

Manöver in Yılancık

In dem Video, das der türkische Sender Haber Global anlässlich eines jährlichen Marinemanövers („Mavi Vatan 2022“) der Türkei veröffentlichte, ist die Landung von Truppen auf der kleinen türkischen Ägäis-Insel Yılancık zu sehen. Das Eiland wird bombardiert, Landungsboote und Fallschirmspringer sind im Einsatz.

Griechenland nimmt solche Übungen als klare Bedrohung wahr. Enttäuscht ist die Athener Regierung auch deshalb, weil der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis sich erst im März bei einem persönlichen Treffen darauf verständigt hatten, für Ruhe in der Region sorgen zu wollen.

Erdoğan erklärte, dass die Türkei als ein Land, das im Norden, Westen und Süden von Meeren umgeben ist, keine andere Wahl habe, als über eine starke Marine zu verfügen. Verteidigungsminister Hulusi Akar ergänzte, die Türkei sei gewillt und auch in der Lage, ihre und auch die Grenzen und Rechte der international nur von Ankara anerkannten Republik Nordzypern zu verteidigen.

dpa/dtj