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Inflation in der Türkei steigt ungehindert weiter

Es gibt kaum einen Bereich, der nicht von der Inflation betroffen wäre. Auch die Preise für das beliebte Süßwarengebäck Baklava sind enorm gestiegen. Foto: pixabay

In der Türkei zieht die Inflation auf sehr hohem Niveau weiter an. Im Juli stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 79,6 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch in Ankara mitteilte.

Analysten hatten mit einer noch höheren Inflationsrate von im Schnitt 80,2 % gerechnet. Im Vormonat hatte die Inflationsrate 78,6 % betragen. Auf Monatssicht stiegen die Verbraucherpreise im Juli um fast 2,4 %. Das nichtstaatliche Forschungsinstitut ENAG gab eine Inflationsrate von 176,04 % an.

Wie erheblich der Preisdruck auf vorgelagerten Wirtschaftsstufen ist, zeigen die Produzentenpreise. Sie stiegen im Juli um gut 144 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach rund 138 % im Monat zuvor. Die Erzeugerpreise liegen also mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Die Herstellerpreise beeinflussen die Lebenshaltungskosten der Verbraucher in der Regel mittelbar und mit Zeitverzug.

Die Inflation in der Türkei wird durch mehrere Faktoren getrieben. Seit längerem sorgt die schwache Landeswährung Lira für Preisauftrieb, da sie in die Türkei importierte Güter wechselkursbedingt verteuert. Hinzu kommen Probleme in den internationalen Lieferketten, die Vorprodukte teurer machen. Daneben steigen die Preise von Energie und Rohstoffen, vor allem wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine. Anders als viele andere Zentralbanken stemmt sich die türkische Notenbank gegen die Entwicklung nicht mit Zinsanhebungen. Fachleute nennen als Grund politischen Druck.

dpa/dtj