Jedes Fest hat seine Traditionen. Beim muslimischen Opferfest spielt das Schlachten eine zentrale Rolle. Doch was sind die für diesen besonderen Tag typischen Gerichte?

Wie bei allen Festen und Feierlichkeiten ist ein wichtiger Punkt auf der Liste das Essen. Zu Weihnachten wird die Gans serviert und zu Ostern das Osterlamm, doch was isst man eigentlich an den muslimischen Feiertagen?

Im Ramadan und vor allem an dessen Ende beim Ramadanfest steht das Essen besonders im Mittelpunkt. Im Laufe des Fastenmonats werden zum Iftar (Fastenbrechen) nach Möglichkeit tagtäglich die beliebtesten Gerichte serviert, die gemeinsam mit Familie, Freunden und Nachbarn genussvoll verspeist werden. Bei dem darauf folgenden Fest, das auch Zuckerfest genannt wird, liegt, wie der Name schon sagt, der Fokus besonders auf den Süßspeisen.

Beim Opferfest (auch Annäherungsfest) hingegen verbindet man die muslimische Pilgerfahrt (die Hadsch) und das Schächten von Schafen (oder Rindern und Kamelen) mit diesem Fest, wobei nur jene Muslime, die finanziell und gesundheitlich in der Lage sind, diese zu verrichten verpflichtet sind. Aus diesem Grund werden die Hauptgerichte meistens mit diesem Schafsfleisch zubereitet. Dabei wird das Fleisch des geopferten Tieres vor allem an Arme und Hilfsbedürftige verteilt und nur ein geringer oder sogar gar kein Anteil behalten. Oft übernehmen islamische Organisationen das Schächten für einen direkt in den ärmeren Ländern der Welt.

Herzhafte Gerichte aus der arabischen und türkischen Küche zum Opferfest

Das beliebteste Gericht in allen arabischen Ländern ist „Mansaf“. Es handelt sich dabei um das Nationalgericht Jordaniens. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Interpretationen dieses Gerichts eingeschlichen, doch an das Originalgericht kommt nichts heran. Wer es einmal gekostet hat, hat es direkt lieben gelernt. Hauptsächlich besteht das Gericht aus Lammfleisch und Reis, natürlich kann das Fleisch auch durch anderes ersetzt werden. Das gut gewürzte Fleisch wird auf dem Reis verteilt mit einer Art gekochter Joghurtsauce übergossen und mit vielen gerösteten Nüssen verziert.

Ein beliebtes marokkanisches Gericht ist „Mruziya“. Hierbei handelt es sich um Lammfleisch mit vielen leckeren Gewürzen und der Hauptzutat Honig. Reis wird nicht dazu serviert, stattdessen arabisches Fladenbrot.

Fällt das Fest auf sonnigere Tage, gehen viele Familien gerne grillen und bereiten leckere Lammhackspieße zu, die man mit verschiedenen Dipps und Fladenbrot verspeisen kann.

Auch beliebt sind mit Fleisch und Reis gefüllte Weinblätter (Dolma) oder Weißkohlblätter, allerdings werden diese Gerichte eher zum Ramadanfest zubereitet.

Süßspeisen aus der arabischen und türkischen Küche

Zwar liegt wie gesagt das Augenmerk nicht auf den Hauptspeisen, doch der Nachtisch darf keineswegs fehlen! In der türkischen Gesellschaft wird üblicherweise Baklava (übereinander geschichteter Blätterteig mit gefüllten Nüssen und Sirup übergossen) serviert.

In der arabischen Küche backt man bereits drei Tage vor dem Fest fleißig Ma’amoul. Es handelt sich hierbei um ein Grießgebäck, das mit Pistazien, Wallnüssen oder Datteln gefüllt wird. Diese zuzubereiten, ist wie das Plätzchenbacken an Weihnachten. Hier kommen viele Familienangehörige zusammen und tauschen ihre kleinen Geheimrezepte untereinander aus.

Künefe oder Knafeh (süßer Käse oder Sahnefüllung mit Grieß überstreut) wird in beiden Ländern gern serviert. Hier gibt es allerdings zwei Varianten, einmal die Variante mit einfachem Grieß und einmal die Variante mit Teigfäden.

Da die meisten in Deutschland lebenden Muslime schon mehrere Jahre hier sind und viele deutsche Rezepte lieben gelernt haben, gibt es an muslimischen Festen auch sehr gerne deutschen Kuchen. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, sei es Käse-, Schoko- oder Zitronenkuchen. Alles, was süß ist, wird direkt verspeist.

Natürlich sind dies nur einige von sehr vielen Gerichten, die zu diesen Festen zubereitet werden, doch diese sind die verbreitetsten. Zwar werden die Feste von allen Muslimen gefeiert, doch wie bei allen Festen haben Familien auch ihre eigenen Abläufe, was den Reiz solcher Tage ausmacht.

Ganz gleich für welche Gerichte Sie sich entscheiden werden, das wichtigste ist das Beisammensein mit den Liebsten. Ich wünschen Ihnen sowie allen Muslimen auf der Welt ein gesegnetes Opferfest. Laden Sie auch Nichtmuslime zu sich ein, zeigen Sie Ihnen unsere Feste und vergessen Sie auch die Armen unter uns nicht…

Dieser Beitrag wurde am 4. Oktober 2014 erstveröffentlicht.