09.02.2022, Türkei, Ankara: Ein Protestteilnehmer hält während einer von der größten türkischen Oppositionspartei CHP organisierten Demonstration am Denkmal von Mustafa Kemal Atatürk eine brennende Stromrechnung hoch. In der Türkei gingen Menschen auf die Straße, um gegen die explodierenden Strompreise und die hohe Inflation zu protestieren. Foto: Burhan Özbilici/AP/dpa

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat angesichts der hohen Inflation in seinem Land eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel von acht auf ein Prozent angekündigt.

Er erwarte, dass die Preise für Reis, Fleisch, Obst und Gemüse, Milchprodukte und Eier damit von Montag an um sieben Prozent fielen, sagte Erdoğan am Samstag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Die Steuer auf Mehl und Brot betrage bereits ein Prozent.

Die Inflation in der Türkei hatte sich zuletzt von extrem hohem Niveau aus weiter beschleunigt. Die Verbraucherpreise waren offiziellen Angaben zufolge im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 48,7 Prozent gestiegen.

Opposition forderte im November eine Senkung

Das Land kämpft mit einer Währungskrise. Die Lira, die sich mittlerweile etwas stabilisiert hat, verlor im letzten Jahr drastisch an Wert, was vor allem importierte Güter verteuert. Zum Jahreswechsel waren Energiepreise explodiert. Strompreise für Haushalte wurden etwa um 50 Prozent angehoben. Auch Lebensmittel und Transporte waren zuletzt immer teurer geworden.

Angesichts der Lage im Land wächst auch der Unmut bei den Menschen. Kürzlich kam es zu kleineren Protesten. Die größte Oppositionspartei CHP hatte am Mittwoch vor einer Verarmung vieler Menschen gewarnt. Parteichef Kemal Kılıçdaroğlu forderte zuletzt die Rücknahme der Teuerungen im Energiebereich. Auch die Senkung der Mehrwertsteuer hatte er schon im November gefordert.

dpa/dtj