1996 hatte sich Metin Kaplan, Sohn des Gründers des extremistischen Kaplan-Verbandes Cemaleddin Kaplan, in einer Kölner Hinterhofmoschee am Niehler Kirchweg mit einem großen Dolch in der Hand zum Kalifen der islamischen Weltgemeinschaft ausgerufen. Foto: dpa

Die drei bei der Razzia gegen die verbotene islamistische Vereinigung „Kalifatsstaat“ festgenommenen Männer sitzen in Untersuchungshaft. Metin Kaplans Sohn ist unter ihnen.

„Alle drei Haftbefehle wurden in Vollzug gesetzt und die Beschuldigten in Untersuchungshaft genommen“, sagte der Koblenzer Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Sie haben keine Angaben gemacht.“ Den drei Männern wird der Verstoß gegen ein Vereinigungsverbot vorgeworfen.

Einer von ihnen ist nach Darstellung des bei den Ermittlungen federführenden Landeskriminalamt in Rheinland-Pfalz der Sohn des 2004 in die Türkei abgeschobenen Anführers der Organisation, Metin Kaplan. Der 44-Jährige wurde in Nordrhein-Westfalen festgenommen.

Mit Spenden den Lebensunterhalt des Anführers finanziert?

Die beiden anderen Männer im Alter von 49 und 63 Jahren sollen zu einem Moscheeverein in Bad Kreuznach gehören, der im Mittelpunkt der Ermittlungen in sechs Bundesländern steht. Die Beschuldigten sollen auch Spenden gesammelt haben, mit denen der Lebensunterhalt des Anführers und die Aufrechterhaltung der Strukturen der rechtskräftig verbotenen Vereinigung finanziert worden seien.

Hunderte Polizisten hatten am Dienstag 50 Objekte durchsucht, darunter 13 in Rheinland-Pfalz. Insgesamt werden 41 Menschen beschuldigt, davon 10 aus der Region Bad Kreuznach.

dpa/dtj