Archivfoto: Ein Bild der Königin Elizabeth II. ist an einem Werbetafel in der Queen Street nach der Bekanntgabe ihres Todes zu sehen. Foto: Ben Birchall/PA Wire/dpa

Ein Mann ist in Saudi-Arabien nach einer Ehrung für die britische Königin Elizabeth II. in der für Muslime heiligen Stadt Mekka festgenommen worden. Was genau während der Pilgerfahrt geschah.

Laut Mitteilung der Behörden nahmen Sicherheitskräfte den Mann in der Großen Moschee fest, weil er gegen „Vorschriften und Anweisungen“ für die Wallfahrt Umrah verstoßen habe. Der Mann stammt aus dem Nachbarland Jemen. Sein Fall sei an die Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video zeigt den Mann, der in der Großen Moschee ein weißes Tuch ausbreitet. Darauf steht auf Englisch geschrieben „Umrah für die Seele von Queen Elizabeth II. – Möge Allah ihr einen Platz im Himmel gewähren und sie unter den rechtschaffenen Menschen aufnehmen.“

Muslime dürfen für verstorbene Muslime pilgern

Das saudische Staatsfernsehen zeigte das Video, machte die schriftliche Botschaft aber unscharf. Anders als die sogenannte große Wallfahrt Hadsch ist die kleinere Wallfahrt Umrah zu jeder Jahreszeit möglich. Ein Pilger kann sie auch im Namen eines anderen, verstorbenen Muslims absolvieren.

Zu der für Muslime heiligen Stadt Mekka und der Großen Moschee haben nur Menschen muslimischen Glaubens Zugang. Pilger dürfen zudem keinerlei Banner oder Protestsymbole tragen. Elizabeth II. starb am Donnerstag im Alter von 96 Jahren. Sie wurde bei ihrer Krönungsfeier 1953 zur christlichen Monarchin gesalbt.

Immer wieder erwähnte sie in der Öffentlichkeit ihren tiefen christlichen Glauben und ging regelmäßig in die Kirche. Als britische Monarchin war sie auch Oberhaupt der Church of England.

dpa/dtj