Griechische Kampfjets Typ F-16 Viper überfliegen den Luftwaffenstützpunkt Tanagra, etwa 74 Kilometer nördlich von Athen. Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar lässt den Konflikt mit Griechenland mit scharfer Rhetorik weiter eskalieren. Am selben Tag überfliegen seine Kampfbomber eine bewohnte griechische Insel.

„Wir sagen, lernt aus der Geschichte“ sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar. „Begibt euch nicht auf neue Abenteuer. Einige können euch Tipps gebeb. Ihr habt aber in der Geschichte gesehen, dass diese nicht gültig sind. Wiederholt diese Fehler nicht. Seid schlau.“

Nach diesen Aussagen haben zwei türkische Kampfbomber nach Angaben des griechischen Generalstabes die bewohnte griechische Insel Agathonisi überflogen. Die Jets seien abgefangen worden, hieß es. Insgesamt hätten türkische Jets seit Jahresbeginn 163 Mal griechisches Territorium überflogen und 5.774 Mal den griechischen Luftraum über der Ägäis verletzt.

Erdoğan hatte mit Eskalation gedroht

Der Überflug des Territoriums oder das Eindringen in den Luftraum eines Landes gilt als schwere Verletzung der Souveränität. Die EU hat solche Aktionen der Türkei wiederholt verurteilt. Die Beziehungen der wichtigsten Nato-Mitglieder im Südosten Europas verschlimmern sich zunehmend.

Vergangene Woche hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan Athen offen mit einer militärischen Aktion gedroht, indem er sagte: „Wir können plötzlich eines Nachts kommen.“ Ankara wirft Athen vor, griechische Inseln in der Ostägäis unrechtmäßig militarisiert zu haben – und stellt deshalb die Souveränität Griechenlands über diese Inseln infrage.

Türkei-Griechenland-Konflikt: Verfeindete Nachbarn

Athen begründet die Militarisierung mit den zahlreichen Landungsbooten, die an der türkischen Westküste gegenüber griechischen Inseln wie Chios, Lesbos und Rhodos stationiert sind, und beruft sich auf sein Recht zur Selbstverteidigung.

dpa/dtj