Archivfoto: Präsident Erdoğan begrüßt seine Parteikolleginnen und -kollegen mit dem Rabia-Gruß. Foto: Ak Parti

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die Zustimmung zur Aufnahme Finnlands in die Nato angedeutet – notfalls auch ohne Schweden.

„Wenn nötig, können wir eine andere Botschaft in Bezug auf Finnland geben“, sagte Erdoğan nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntagabend in einer Rede vor Jugendlichen, die er derzeit mit Blick auf die Wahlen zu gewinnen versucht. Der türkische Präsident fügte hinzu: „Schweden wird schockiert sein, wenn wir bezüglich Finnland eine andere Aussage treffen.“ Zugleich warnte er Finnland davor, dieselben „Fehler“ zu machen wie das Nachbarland.

Die beiden nordischen Länder hatten vergangenes Jahr nach Jahrzehnten ohne Zugehörigkeit zu einem Militärbündnis Mitglied der NATO werden zu wollen. Dazu müssen alle 30 jetzigen Mitglieder der Allianz die Anträge ratifizieren, also auch die Türkei. Erdoğan blockiert eine Aufnahme jedoch seit Monaten. Er wirft Schweden Unterstützung von Terrororganisationen wie der PKK vor.

Vergangene Woche hatte der 68-Jährige gesagt, Schweden könne nicht mit der Unterstützung seines Landes rechnen, nachdem ein islamfeindlicher Politiker nahe der türkischen Botschaft in Stockholm einen Koran verbrannt hatte. Inzwischen wurden die Gespräche bis auf Weiteres unterbrochen. Auch das NATO-Mitglied Ungarn hat einer Aufnahme der beiden nordischen Staaten noch nicht zugestimmt.

dpa/dtj