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Politik

Neue Grüne Parteispitze: Wer ist Nouripour – und will er tatsächlich die Scharia einführen?

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Ihre Vorgänger Baerbock und Habeck haben die Grünen in die Regierung geführt. Für die Nachfolger als Bundesvorsitzende geht es nun darum, die Rolle der Partei zu definieren.

Führungswechsel bei den Grünen: Gut sieben Wochen nach dem Start der Ampel-Bundesregierung hat die Partei einen neuen Vorstand gewählt. Das Duo an der Spitze bilden nun die linke Sozialpolitikerin Ricarda Lang (28) und der Realo-Außenpolitiker Omid Nouripour (46). Die beiden Bundestagsabgeordneten wurden bei einem Online-Parteitag am Samstag zu Nachfolgern von Annalena Baerbock und Robert Habeck als Parteivorsitzende gekürt. Lang erhielt nach Parteiangaben 75,93 Prozent der Stimmen, Nouripour kam auf 82,58 Prozent.

Wenn der Name Omid Nouripour zu hören oder zu lesen war in den vergangenen Jahren, dann ging es meist um die großen internationalen Fragen: vom Vormarsch der Taliban in Afghanistan bis zum Umgang des Kreml mit seinen Kritikern. Nouripour ist Außenpolitiker aus Leidenschaft – und nun designierter Grünen-Chef.

Fußball-Fan und im Iran geboren

Nouripour ist Fan des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt, was einem spätestens beim Besuch seines Bundestagsbüros oder seiner Website nicht mehr verborgen bleiben kann. Im Umgang ist er humorvoll und herzlich, politisch ordnet er sich dem Realo-Flügel der Grünen zu. Seit 2006 sitzt er im Bundestag.

Geboren wurde Nouripour im Iran, im Alter von 13 Jahren kam er mit seiner Familie nach Deutschland. Die gemeinsame Kandidatur mit Lang wollte er auch als Signal für eine „Politik für alle“ verstanden wissen, wie er kürzlich der „taz“ sagte: „Meine Eltern waren obere Mittelschicht im Iran, aber nach der Migration waren sie ganz unten auf der sozialen Leiter. Wir haben jahrelang zu viert in zwei Zimmern gewohnt.“

Einige rechte Kreise behaupten derzeit, dass Nouripour „in Deutschland die Scharia einführen“ wolle. Die aus dem Kontext gerissene Behauptung geht auf eine länger zurückliegende Debatte im Bundestag zurück.

dpa/dtj

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