St. Petersburg: Dieses von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik via AP veröffentlichte Foto zeigt Wladimir Putin (l), Präsident von Russland, und Rafael Mariano Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), die sich während ihres Treffens begrüßen. Grossi verhandelt nach eigenen Angaben mit Kiew und Moskau über eine Schutzzone um das von Russland eingenommene ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja. Foto: Pavel Bednyakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Kremlchef Wladimir Putin hat eine verstärkte Umleitung von russischem Gas über die Türkei nach Europa in Aussicht gestellt.

„Den verloren gegangenen Umfang des Gastransits über Nord Stream könnte Russland durch das Schwarze Meer leiten und so in der Türkei einen riesigen Gas-Hub schaffen, wenn unsere europäischen Partner daran interessiert sind“, sagte Putin am Mittwoch bei einem Auftritt auf der russischen Energiewoche in Moskau. Die Pipeline Turkstream sei ohnehin sicherer als die Route durch die Ostsee, meinte er. Am Donnerstag wiederholte er sein Angebot bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten in Astana.

Ansonsten werde Russland sein Gas aber in jedem Fall auf dem Weltmarkt los, versicherte der 70-Jährige. Dazu baue Russland schon jetzt seine Infrastruktur aus. Putin erinnerte in dem Zusammenhang an den Bau der Pipeline Kraft Sibiriens 2 nach China sowie einer Gasleitung in die Mongolei.

Gaslieferung über Nord Stream 1 wegen „technischer Probleme“ eingestellt

Anfang September hat Russland die Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 mit Verweis auf technische Probleme eingestellt, die angeblich wegen westlicher Sanktionen nicht behoben werden können. Die Strafmaßnahmen sind eine Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine, über das trotzdem derzeit weiter russisches Gas in Richtung Europa fließt.

Ende September wurden Lecks an beiden Strängen von Nord Stream 1 und einem Strang der Pipeline 2 entdeckt, die mutmaßlich auf Sabotage zurückgehen.

dpa/dtj