Die Frau des inhaftierten saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi, Ensaf Haidar, zeigt im EU-Parlament in Straßburg ein Bild ihres Mannes. Foto: Patrick Seeger/epa/dpa

Der saudische Blogger Raid Badawi ist trotz Verbüßens seiner zehnjährigen Haftstrafe immer noch im Gefängnis. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) forderte die saudischen Behörden auf, Badawi unverzüglich freizulassen und ihm die Rückkehr zu seiner Familie zu ermöglichen.

Beim Kurznachrichtendienst Twitter hatte seine Ehefrau Ensaf Haidar, die sich aus Kanada für seine Freilassung einsetzt, mit einem Countdown begonnen. Am Montag beklagte sie, dass ihr Ehemann immer noch nicht frei sei. Seine Haftstrafe soll laut Menschenrechtlern nun abgesessen sein.

Raif Badawi gehört zu den bekanntesten politischen Häftlingen in Saudi-Arabien. Die saudische Justiz hatte ihn 2014 zu zehn Jahren Haft, einem Reiseverbot samt Geldstrafe von umgerechnet etwa 238.000 Euro und 1000 Stockschlägen verurteilt. Der Vorwurf: Mit seinen Blogeinträgen soll er den Islam beleidigt haben, indem er die Trennung von Staat und Religion vorschlug.

Seit zehn Jahren im Gefängnis

Sicherheitskräfte hatten den Blogger 2012 festgenommen. Zahlreiche Schriftsteller, Prominente sowie seine Ehefrau hatten in der Vergangenheit Badawis Freilassung gefordert. Aus Protest gegen schlechte Haftbedingungen trat der Blogger zwischenzeitlich auch in den Hungerstreik.

Mindestens 3.000 politische Inhaftierte sitzen in Saudi-Arabien nach Schätzungen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International im Gefängnis.

dpa/dtj