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Bildung & Forschung

Studie: Türkische Fachkräfte interessieren sich für Deutschland

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Indien, Kolumbien und die Türkei sind die Länder, in denen sich international gesehen die meisten Fachkräfte für einen Job in Deutschland interessieren.

In Deutschland fehlen massenhaft Fachkräfte, und die Lücke wird immer größer. Die Politik will dafür sorgen, dass das Land attraktiver für potenziell Interessierte wird. Eine aktuelle Erhebung sollte sie sich in diesem Zusammenhang genauer anschauen, um zielgerichtet anwerben zu können. Aus einer Befragung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hervor geht nämlich hervor, dass Inder unter den Fachkräften mit Ziel Deutschland die größte Gruppe bilden.

19 Prozent der interessierten Befragten stammen demnach aus Indien, wo Bundesaußenministerin Annalena Baerbock derzeit zu Besuch ist. Jeder Zehnte ist aus Kolumbien. Neun Prozent der Interessierten sind Türken, fünf Prozent philippinische Staatsbürger. Die Autoren der Befragung, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde, hatten dafür zwischen Anfang August und Mitte Oktober knapp 30.000 internationale Fachkräfte angesprochen. Die meisten von ihnen hatten über die Website „Make It In Germany“ Interesse an einer Einwanderung zu Erwerbszwecken geäußert.

Den Angaben zufolge hatten 74 Prozent der Befragten einen Hochschulabschluss. 15 Prozent waren IT-Fachkräfte. Neun Prozent waren weder Akademiker noch hatten sie einen Berufsabschluss. 70 Prozent derjenigen, die angaben, sich für eine berufliche Zukunft in Deutschland zu interessieren, waren Männer. Knapp die Hälfte der potenziellen Arbeitsmigranten war alleinstehend. Von den anderen äußerten rund 80 Prozent die Absicht, ihre Familie mitzubringen.

Positive Einstellung gegenüber Migranten wichtig

Die Befragten nannten als größte Hürde die Jobsuche. Viele wussten nicht, wo Stellenangebote in Deutschland zu finden sind und wie sie Kontakt zu möglichen Arbeitgebern aufnehmen können. Hierbei wünschten sich viele mehr Unterstützung. Lange Wartezeiten für ein Visum und komplizierte Verfahren wurden zwar auch als Probleme genannt. Sie wurden aber als weniger gravierend empfunden als die Schwierigkeiten bei der Jobsuche aus der Ferne.

Drei von fünf Teilnehmer der Studie erklärten, für sie sei eine positive Einstellung gegenüber Migranten im Zielland sehr wichtig. Nur die Qualität des Bildungssystems sowie das Gesundheits- und Sozialsystem wurden noch häufiger als entscheidende Faktoren genannt.

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch einen Plan verabschiedet, der helfen soll, mehr qualifizierte Arbeitskräfte nach Deutschland zu locken. Flankiert werden soll die geplante Gesetzesänderung von Werbemaßnahmen im Ausland, um Deutschland als Zielland für Fachkräfte bekannter zu machen. Außerdem sollen Ausländer, die zwar noch keinen Arbeitsvertrag haben, aber bestimmte andere Kriterien erfüllen, leichter nach Deutschland kommen können, um einen Job zu suchen. Auch der Abschluss bzw. dessen Anerkennung soll nicht mehr ein Ausschlusskriterium sein.

dpa/dtj

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