Auf dem Tempelberg steht unter anderem der Felsendom (arabisch Qubbat as-Sachra) mit seiner markanten goldenen Kuppel. Foto: pixabay

Der Chef der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas, Ismail Hanija, hat Israel mit einer Ausweitung des Konflikts um den Tempelberg gedroht.

„Wir befinden uns erst zu Beginn des Kampfes“, sagte Hanija am Donnerstag nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan. „So wie wir den sogenannten Flaggenmarsch besiegt haben, werden wir auch die Politik des Eindringens (auf dem Tempelberg) besiegen.“ Israels Vorgehen werde sich „auf alle strategischen Dimensionen“ des Konflikts auswirken, warnte er.

Israelische Polizeikräfte hatten am Mittwoch in Jerusalem einen umstrittenen Flaggenmarsch nationalistischer Israelis gestoppt. Militante Palästinenserorganisationen im Gazastreifen hatten zuvor scharfe Warnungen gegen den Marsch ausgesprochen.

Auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) kam es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Zusammenstößen von Palästinensern mit israelischen Sicherheitskräften. Dies verschärfte die Spannungen nach einer Terrorwelle in den vergangenen Wochen. Erstmals seit Jahresbeginn feuerten militante Palästinenser im Gazastreifen wieder Raketen in das israelische Grenzgebiet. Israel reagierte mit Angriffen auf Ziele der im Gazastreifen herrschenden Hamas.

Drei Feste zur gleichen Zeit

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Die Anlage steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Die Palästinenser werfen Israel vor, es wolle seine Kontrolle der heiligen Stätte ausweiten.

Israel betont dagegen, es wolle die Freiheit aller Religionen gewährleisten. Der muslimische Fastenmonat Ramadan fiel in diesem Jahr mit Ostern und dem jüdischen Pessachfest zusammen. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. Dagegen wird aber immer wieder verstoßen.

dpa/dtj