DTJ – Demokratie. Teilhabe. Journalismus.
Gesellschaft

Thüringen will mit NSU-Archiv an Opfer erinnern

"Wir sind den Familien der Opfer Antworten schuldig": Thüringen plant, ein NSU-Archiv aufzubauen, das Akten zu der rechtsextremen Terrorgruppe öffentlich macht. Die Täter stammten von dort. Der Plan der rot-rot-grünen Minderheitskoalition wurde im Landtag in Erfurt auch von der CDU-Fraktion unterstü

MEHR
Von dtj-online11. November 2022
2 Min. Lesezeit
0% gelesen
"Wir sind den Familien der Opfer Antworten schuldig": Thüringen plant, ein NSU-Archiv aufzubauen, das Akten zu der rechtsextremen Terrorgruppe öffentlich macht. Die Täter stammten von dort. Der Plan der rot-rot-grünen Minderheitskoalition wurde im Landtag in Erfurt auch von der CDU-Fraktion unterstützt. Die Grünen-Abgeordnete Madeleine Henfling betonte die besondere Verantwortung des Bundeslandes – die Täter, die bis vor elf Jahren mordend durch Deutschland zogen, stammten aus Thüringen. Weitere Auswertung der Akten nötig Zudem hätten Behörden auch aus Thüringen bei der Verfolgung der Terroristen versagt. "Wir sind den Familien der Opfer Antworten schuldig", sagte Henfling. Eine weitere Auswertung der Akten sei nötig. Der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) mit seinen aus Thüringen stammenden Kernmitgliedern Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe hatte über Jahre unerkannt mordend durch Deutschland ziehen können. https://dtj-online.de/nsu-akten-veroeffentlicht-jan-boehmermann-sorgt-wieder-fuer-wirbel/ Die Opfer waren neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft und eine deutsche Polizistin. Die Rechtsterroristen verübten außerdem zwei Bombenanschläge mit Dutzenden Verletzten und etliche Banküberfälle. Nicht auszuschließen ist, dass sie für weitere Taten verantwortlich waren. Mundlos und Böhnhardt hatten sich nach offizieller Lesart Anfang November 2011 in Eisenach getötet, um der Festnahme zu entgehen. Es gibt aber auch Zweifel an dieser Darstellung. Zschäpe wurde als Mittäterin zu lebenslanger Haft verurteilt – auch wenn es nie einen Beweis dafür gab, dass sie selbst an einem der Tatorte war. dpa/dtj

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Newsletter abonnieren

Updates zum Thema „Gesellschaft"

Jederzeit kündbar. Öffnungen und Klicks werden nur aggregiert gemessen; kein individuelles Leseprofil. Datenschutz

Kommentare (0)

Kommentiere diesen Artikel

Mit dem Absenden stimmen Sie der Speicherung Ihres Namens und Kommentars gemäß unserer Datenschutzerklärung zu (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO).

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden technisch notwendige Speicherungen sowie – nur mit Ihrer Einwilligung – Statistik und Externe Medien (z. B. YouTube, Vimeo, Spotify oder X). Marketing wird derzeit nicht verwendet. Nicht-notwendige Dienste werden erst nach Ihrer Wahl aktiviert. Widerruf jederzeit über den Footer-Link. Details in der Datenschutzerklärung und den Cookie-Hinweisen.