Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei, absolvierte in den letzten Tagen eine Balkanreise. In Kroatien äußerte er sich wie folgt: "Ich hoffe, wir können so schnell wie möglich auch mit Getreidelieferungen von russischer Seite beginnen." Foto: Uncredited/AP/dpa

Präsident Erdoğan ist mit den Zielen der Getreideschiffe aus der Ukraine nicht einverstanden. Dass viele Schiffe in „reiche Länder“ aufbrechen, störe auch „Herrn Putin“.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die Umsetzung des Getreideabkommens mit der Ukraine und Russland kritisiert. Das Getreide aus der Ukraine werde allein in „reiche Länder“ ausgeführt, die Sanktionen gegen Russland erhoben hätten, sagte Erdoğan am Donnerstag.

Das beunruhige „Herrn Putin“ und widerspreche dem Grundgedanken des Getreideabkommens. Er fügte hinzu: „Ich hoffe, wir können so schnell wie möglich auch mit Getreidelieferungen von russischer Seite beginnen und dafür sorgen, dass dieses Getreide in wirklich arme Länder geliefert wird.“

Hauptempfänger des Weizens ist die Türkei selbst

Bis zum 8. September seien 43,5 Prozent der Ladungen in Volkswirtschaften mit hohem Einkommen geliefert worden, sagte eine Sprecherin des mit dem Getreideabkommen in Istanbul errichteten Koordinierungs- und Kontrollzentrums am Donnerstag. 27,9 Prozent seien in Volkswirtschaften mit niedrigem oder mittlerem Einkommen geliefert worden.

Türkei ermöglicht Getreide-Abkommen mit der Ukraine

Im Ländervergleich war die Türkei Hauptempfänger (21 Prozent). Das Land hat sich bisher nicht an Sanktionen gegen Russland beteiligt. Seit Anfang August hätten 105 Schiffe mit insgesamt 2,3 Millionen Tonnen Getreide und anderen Lebensmitteln ukrainische Häfen verlassen.

Türkei in der Vermittlerrolle

Agrarexporte über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen waren wegen des russischen Angriffskriegs zunächst monatelang blockiert. Die Kriegsgegner Ukraine und Russland unterzeichneten am 22. Juli unter UN-Vermittlung jeweils getrennt mit der Türkei ein Abkommen, um von drei Häfen Getreideausfuhren aus der Ukraine zu ermöglichen.

Im Zuge der Einigung unterzeichneten die UN und Russland auch eine separate Absichtserklärung. Diese sieht nach UN-Angaben vor, den Export von russischen Lebensmitteln und Düngemitteln zu fördern.

dpa/dtj