Feuerwehrleute in der Türkei bekämpfen einen Waldbrand. Foto: Noah Berger/FR34727 AP/dpa

Wegen eines Waldbrands im türkischen Mersin sind Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht worden. Seit gestern ist zudem bekannt: Die Sommermonate in Europa waren die wärmsten bis jetzt.

In den Gemeinden Gülnar und Silifke (Provinz Mersin an der Mittelmeerküste) verließen 1025 Bewohner ihre Häuser – 184 Wohnungen und zwei Hotels wurden evakuiert, wie die Katastrophenschutzbehörde Afad am Donnerstag mitteilte. Es seien acht Personen zurzeit in Behandlung – eine sei schwer verletzt, schrieb Gesundheitsminister Fahrettin Koca auf Twitter.

Das Feuer wurde gestern Mittag unter Kontrolle gebracht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Gegen das Feuer, das am Mittwoch bei Büyükeceli ausgebrochen war, seien 29 Hubschrauber, 11 Flugzeuge, 138 Wassertanks, 15 Planierraupen und 25 Wasserwerfer im Einsatz gewesen – 850 Hilfskräfte hatten gegen die Brände angekämpft.

2022 wärmster je gemessener Sommer in Europa

Die Waldbrände sind nicht nur, aber auch eine Folge der steigenden Temperaturen. Die Sommermonate Juni bis August waren in Europa so warm wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Das teilte der EU-Klimawandeldienst Copernicus am Donnerstag mit. Die durchschnittliche Temperatur habe mit 0,8 Grad Celsius im August und 0,4 Grad im gesamten Sommer erheblich über den bisherigen Spitzenwerten aus den Jahren 2018 und 2021 gelegen, hieß es in der Copernicus-Mitteilung.

Besonders im Südwesten des Kontinents, wo die Temperaturen bereits im Juni und Juli hoch waren, lagen sie demnach im August erheblich höher als im Referenzzeitraum von 1991-2020. Doch auch im Osten waren sie meist überdurchschnittlich hoch.

Mehr Niederschläge in der Türkei

Hinzu sei gekommen, dass der August in diesem Jahr im Westen Europas und Teilen des Ostens allgemein sehr viel trockener war als im Durchschnitt. Im Südosten des Kontinents, Griechenland und der Türkei sowie in weiten Teilen Skandinaviens gab es hingegen mehr Niederschläge als gewöhnlich.

„Eine intensive Serie von Hitzewellen quer über Europa hat zusammen mit ungewöhnlich trockenen Bedingungen zu einem Sommer der Extreme geführt mit Rekorden hinsichtlich Temperaturen, Dürre und Waldbränden in vielen Teilen Europas (…)“, sagte Copernicus-Wissenschaftlerin Freja Vamborg der Mitteilung zufolge.

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Die Daten des Klimawandeldienstes zeigten, dass nicht nur der August der wärmste je gemessene war, sondern auch der ganze Sommer den erst ein Jahr alten Rekord gebrochen habe, so Vamborg weiter. Die Copernicus-Aufzeichnungen gehen bis 1979 zurück. Der Klimawandeldienst nutzt zudem Daten von Bodenstationen, Ballons, Flugzeugen und Satelliten, die bis 1950 zurückreichen.

dpa/dtj