Muzaffer Kayasan mit seiner Enkelin Azra. Foto: Screenshot/YouTube

Seit fast nun zwei Jahren beschäftigt uns die Corona-Pandemie – den einen mehr, die andere weniger. Einer, der definitiv zu den ersteren zählt, ist Muzaffer Kayasan. Der in der Türkei lebende Leukämie-Patient hat seit über einem Jahr Corona. Ein Test nach dem anderen fällt positiv aus. Seinen Humor verliert er trotzdem nicht.

Als Muzaffer Kayasan sich Ende 2020 erstmals mit dem Coronavirus infiziert, befürchten er und seine Familie das Schlimmste. Schließlich hat der 56-Jährige Leukämie und gehört damit zur Gruppe der Risikopatienten.

Doch die Befürchtungen bewahrheiten sich nicht. Fast anderthalb Jahre später ist Kayasan noch am Leben. Besiegt hat er das Virus allerdings nicht. Noch heute fallen seine Tests positiv aus. Inzwischen sind es schwer zu glaubende 78 Stück in Folge (Stand: Mitte Februar 2022). Sein durch den Krebs geschwächter Körper kann das Virus offenbar nicht bekämpfen, zu schwach ist sein Immunsystem.

Behandelt wird er von Serap Şimşek Yavuz von der Universität von Istanbul. Ob er mit einer mutierten Variante des Virus infiziert ist? Möglich, aber bisher nicht bewiesen. Mit 441 Tagen am Stück sei Kayasans Fall der längste in der Türkei bekannte.

„Ich glaube, es ist die weibliche Version von Covid“

Geimpft wurde der an Leukämie erkrankte Mann bisher noch nicht. Nicht nur, weil er durchgehend an Corona erkrankt ist, sondern weil die Impfstoffe bei ihm sehr wahrscheinlich gar nicht wirken würden. Daten der Leukämie-Gesellschaft Leukemia & Lymphoma Society zufolge produziert ein Viertel der Erkrankten selbst nach zwei Dosen einer Impfung keine nachweislichen Antikörper.

Trotz der ständigen Positivtests, Krankenhausbesuche und zermürbenden Quarantäne-Regeln hat Kayasan seinen Sinn für Humor nicht verloren: „Ich glaube, es ist die weibliche Version von Covid – sie ist von mir besessen“, erklärte er laut Reuters nach einem zum wiederholten Male positiven Test.

Kraft gibt ihm wohl nicht nur sein Humor, sondern auch seine Enkelin Azra, mit der er oft nur durch eine Glastür Kontakt haben kann. „Ich spiele mit dir, wenn ich wieder gesund bin“, hat er ihr versprochen. Sohn Gökhan ist inzwischen ratlos. Sein Vater sei schon immer ein positiver Mensch gewesen – nur eben nicht auf diese Weise.