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Politik

Absturz von Raisi: Türkei gelingt ungewöhnlicher PR-Coup

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18.08.2021, Teheran: Dieses vom Büro des iranischen Präsidenten zur Verfügung gestellte Foto zeigt Ebrahim Raisi, Präsident des Iran, der während einer Zeremonie am Vorabend des Aschura-Tages spricht. Am Sonntag kam er bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben. Foto: -/Iranian Presidency/dpa
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Bei der Suche nach der Absturzstelle des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi gelingt der Türkei ein spektakulärer Erfolg. Mit ihren High-Tech-Drohnen beweist das Land seine technologische Überlegenheit und erntet weltweit Anerkennung. Doch der Einsatz wirft auch Fragen auf.

Der Einsatz türkischer High-Tech-Drohnen sorgt weltweit für Aufsehen – wieder einmal: Denn der Türkei gelang es nach eigenen Angaben, die Absturzstelle des Helikopters von Irans Präsident Ebrahim Raisi zu lokalisieren. Die Akıncı-Drohne des türkischen Herstellers Baykar spielte dabei eine entscheidende Rolle, auch wenn der Iran erklärte, die Stelle selbst gefunden zu haben.

Drohnen-Livestream vor Millionen Menschen

Ausgerüstet mit Wärmesensoren, ist die Drohne in der Lage, in Höhen von bis zu zwölf Kilometern zu fliegen und selbst unter widrigsten Witterungsbedingungen bis zu 24 Stunden in der Luft zu bleiben. Der Einsatz der Drohne war nicht nur ein Erfolg für die Suchaktion, sondern auch ein PR-Coup für die Türkei. Während die Weltöffentlichkeit gespannt auf die Suche nach dem iranischen Präsidenten schaute, demonstrierte die Türkei gleichzeitig ihre technologische Überlegenheit im Bereich der Drohnenproduktion.

Denn der Flug der Drohne wurde zum Medienereignis, das via Livestream von Millionen Menschen verfolgt wurde. Der Vorsitzende von Baykar, Selçuk Bayraktar, begleitete den Einsatz persönlich auf Twitter und teilte ein Werbevideo für die Akıncı-Drohne, in dem auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan eine prominente Rolle spielte.

Drohnen-Einsatz wirft Fragen auf

Während der Iran über veraltete Technologie verfügt, zeigt die Türkei mit ihren High-Tech-Drohnen, dass sie international an der Spitze steht. Die Akıncı-Drohne von Baykar ist nicht nur im Inland gefragt, sondern wird auch international in über 30 Länder verkauft. Dennoch wirft der Einsatz der Drohne auch Fragen auf.

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Während sie mithalf, die Absturzstelle zu lokalisieren, flog sie einen Umweg über die iranische Stadt Tabriz und überflog dabei mehrere militärische Einrichtungen. Das wirft die Frage auf, ob der Einsatz der Drohne neben der Suche nach Raisis Helikopter auch der militärischen Aufklärung diente. Dazu machte Baykar naturgemäß keinerlei Angaben.