14.02.2022, Vereinigte Arabische Emirate, Abu Dhabi: Recep Tayyip Erdoğan (Mitte, l), Präsident der Türkei, und Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan (r), stehen für eine Ehrengarde im Präsidentenpalast Qasr Al-Watan. Erdoğan ist zu Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Foto: Jon Gambrell/AP/dpa

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan will die Beziehungen zu den Golfstaaten ausbauen und ist dazu in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gereist.

Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge unterschrieben Vertreter beider Länder am Abend 13 Abkommen – unter anderem in den Bereichen Handel, Verteidigung, Gesundheit und Landwirtschaft. Details wurden zunächst nicht bekannt. Der Kronprinz Abu Dhabis, Mohammed bin Sajid al-Nahjan, begrüßte seinen Gast aus Ankara am Montag mit einer pompösen Militärparade.

Die außenpolitisch teilweise isolierte Türkei versucht, ihre bilateralen Beziehungen etwa zu arabischen Staaten auszubauen. Die Beziehungen zu den VAE lagen lange Zeit auf Eis. Gemeinsam etwa mit Saudi-Arabien und Ägypten kritisierte der Golfstaat die Türkei dafür, islamistische Organisationen wie die Muslimbrüder zu unterstützen und sich so in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. Noch 2016 hatte Erdoğan den Kronprinzen beschuldigt, den gescheiterten Putsch in der Türkei finanziert zu haben.

Handelsvolumen verdoppelt

Die Zeit der Anfeindungen scheint vorbei: „Wir haben eine neue Ära der Beziehungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten begonnen“, sagte der türkische Präsident vor Ort. Die Emirate seien ein wichtiger Wirtschaftspartner. Der Besuch sei ein wichtiger Schritt, die strategischen Beziehungen zwischen den VAE und der Türkei weiter zu stärken, hieß von der emiratischen Nachrichtenagentur WAM am Montag. Das Handelsvolumen zwischen beiden Staaten belief sich dem Bericht zufolge im ersten Halbjahr 2021 auf mehr als umgerechnet sechs Milliarden Euro – ein Anstieg von 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im November 2021 hatte Erdoğan den Kronprinzen von Abu Dhabi bereits in Ankara empfangen. Die Emirate versprachen, bis zu zehn Milliarden US-Dollar in der Türkei zu investieren, außerdem wurden zehn bilaterale Abkommen abgeschlossen. Der türkischen staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge war Erdoğan zuletzt 2013 in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

dpa/dtj