24.11.2021, Türkei, Ankara: Recep Tayyip Erdoğan (l), Präsident der Türkei, und Scheich Mohammed bin Sajid al-Nahjan, Kronprinz von Abu Dhabi, gehen an einer militärischen Ehrengarde während einer Begrüßungszeremonie im Präsidentenpalast vorüber. Nach Jahren der schlechten Beziehungen zwischen der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten hat der Kronprinz Abu Dhabis Ankara besucht. Foto: Burhan Özbilici/AP/dpa

Nach Jahren der schlechten Beziehungen zwischen der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) hat der Kronprinz Abu Dhabis, Mohammed bin Sajid al-Nahjan, Ankara besucht. Erdoğan hatte den Kronprinzen der Unterstützung des Putschversuchs im Jahr 2016 beschuldigt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan empfing den faktischen Herrscher der Emirate am Mittwoch in Ankara. Die türkische staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Abend, die Vereinigten Arabischen Emirate hätten einen Fonds in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar für Investitionen in der Türkei bereitgestellt. Außerdem wurden Kooperationsverträge für die Bereiche Handel, Energie und Umwelt unterschrieben.

Türkei braucht Geldfluss ins Land

Der Türkei dürfte das besonders vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Wirtschafts- und Währungskrise gelegen kommen. Die Inflation lag zuletzt bei fast 20 Prozent, die Landeswährung Lira hat in diesem Jahr etwa 40 Prozent ihres Wertes verloren.

Die außenpolitisch teilweise isolierte Türkei versucht zurzeit ihre bilateralen Beziehungen etwa zu arabischen Staaten auszubauen. Vor einem Jahr war das noch anders: Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu griff die Emirate damals noch scharf an und machte das Land für die Destabilisierung in Libyen verantwortlich. Die VAE wiederum hatten – gemeinsam mit Zypern, Griechenland, Ägypten und Frankreich – die Mittelmeerpolitik der Türkei scharf kritisiert.

Kurz nach dem Putschversuch am 15. Juli 2016 beschuldigte Erdoğan die VAE, ihn finanziert zu haben. „Wir wissen sehr gut, wer sich am Golf über den Putschversuch gefreut und wie viel Geld ausgegeben hat.“ Das scheint nun vergessen zu sein. Ufuk Yeğin, Vorsitzender eines Vereins, der sich für die Rechte von Opfern des 15. Juli einsetzt, kritisierte die Regierung für diesen Annäherungsschritt.

dpa/dtj