Archivfoto: Der "Monnemer" Comedian Bülent Ceylan bei einem Auftritt im Januar 2020 im Capitol in Mannheim. In der Silvesternacht ist er im ZDF zu sehen. Foto: Uwe Anspach/dpa

Mit seinem markanten Dialekt hat Bülent Ceylan mittlerweile auch viele deutsche Herzen erobert. Im kommenden Jahr begeht er ein rundes Jubiläum. Mit der dpa sprach er über Silvester, seinen einstigen Jugendtraum und wie er ihn jetzt wiederbelebt sowie Grenzen von Comedy.

2023 ist ein besonderes Jahr für Bülent Ceylan: Vor dann 25 Jahren nämlich, 1998, stand er in Mannheim erstmals vor größerem Publikum auf der Bühne. „Die Bude war mit 150 Leuten ausverkauft, ich war glücklich. Aber ich träumte von mehr.“ Sein Traum bleibe eine eigene Musikshow im Fernsehen. „Wenn ich zurückblicke, hat Musik immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt“, erzählt der Comedian. Berufswunsch: Rocksänger. „Nun, nach all den Jahren, nehme ich ein deutsches Rock-Album auf, das wahrscheinlich im Herbst 2023 erscheint. Das ist ein wenig wie sich neu erfinden.“

In 25 Berufsjahren habe sich auch Comedy verändert. „Bei Themen wie dem Gendern hat sich natürlich etwas getan“, schildert Ceylan. Auch Begriffe wie das „N-Wort“ seien heute zurecht tabu. „Aber es gilt auch: Wenn man sich zu viel über alles Gedanken macht, droht man die Lockerheit zu verlieren“, sagte der 46-Jährige. Als Kunstfigur auf der Bühne könne man bestimmte Dinge manchmal karikieren. „Es ist immer die Frage, wie man es verpackt. Aber bei Themen wie Rassismus hört jeder Spaß auf. Dagegen werde ich kämpfen, solange ich lebe“, sagte der Sohn einer deutschen Mutter und eines türkischen Vaters.

Ceylan, der demnächst durch NRW tourt und in der Silvesternacht, also am 1. Januar, ab 00.50 Uhr mit Beatrice Egli eine „Mitternachtsparty“ im ZDF moderiert, ist als Kind nach eigenen Worten ein „Silvester-Fan“ gewesen. „Da durfte man bis in die Puppen aufbleiben, mit den Eltern Filme schauen und mal mit einer Fackel ums Haus gehen“, sagte Ceylan der Deutschen Presse-Agentur. „Das war Abenteuer pur.“ Der heutigen Generation sei das schwer zu vermitteln, meinte der Mannheimer. Außerdem: „Da ist ein Beigeschmack. Heute fliegen in Europa echte Raketen. Die flogen zwar früher auch irgendwo, aber das war nicht so präsent.“

dpa/dtj