Corpus delicti: Eine Frau im Burkini. Foto: Pixabay

Sollten muslimische Ganzkörperbadeanzüge erlaubt sein oder nicht? In der französischen Stadt Grenoble ist darüber ein Streit entflammt. Nun will Frankreichs Innenministerium die Justiz einschalten. Die Details.

Der amtierende Innenminister Gérald Darmanin schrieb am Dienstag auf Twitter, er habe den zuständigen Präfekten angewiesen, rechtlich gegen den Beschluss vorzugehen, der unter anderem das Tragen der sogenannten Burkinis in öffentlichen Bädern zulässt, und gegebenenfalls dessen Aufhebung zu fordern.

Dem grünen Bürgermeister von Grenoble, Éric Piolle, warf Darmanin eine inakzeptable Provokation vor, die im Widerspruch mit den französischen Werten stünde. Der Stadtrat in Grenoble hatte am Montagabend nach kontroverser Debatte für eine Änderung der Schwimmbadordnung gestimmt.

Burkinis und nackte Brust erlaubt?

Damit sind in den öffentlichen Bädern der Stadt künftig auch Burkinis sowie das Schwimmen mit nackter Brust für alle erlaubt. Zuvor hatte es in Frankreich heftige Diskussionen um das Thema gegeben.

Frankreich versteht sich als laizistisches Land, in dem eine strikte Trennung von Staat und Religion herrscht. Der Umgang mit religiösen Symbolen in der Öffentlichkeit sorgt immer wieder für Kontroversen, vor allem im Zusammenhang mit dem Islam.

dpa/dtj