Ankara: Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei, spricht nach einer Kabinettssitzung in Ankara. Erdoğan sagte am 23.05.22, er werde die Gespräche mit dem griechischen Ministerpräsidenten Mitsotakis einstellen und ein wichtiges Treffen zwischen den beiden Ländern absagen, da er dem griechischen Staatschef ein feindseliges Verhalten gegenüber der Türkei vorwarf. Foto: Uncredited/Turkish Presidency/AP/dpa

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat sich empört über eine Warnung Griechenlands vor Waffenverkäufen in die Region gezeigt.

Über den griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sagte Erdoğan am Montagabend: „Mitsotakis existiert für mich nicht mehr.“ Der Ministerpräsident hatte vergangene Woche bei einem Besuch in Washington vor zunehmender Instabilität im östlichen Mittelmeerraum gewarnt. Dies solle man bei der Entscheidung über Waffenverkäufe bedenken. Die Türkei bemüht sich seit längerem in den USA um den Kauf von neuen Kampfjets.

Erdoğan sagte dazu, er glaube nicht, dass die Vereinigten Staaten ihre Entscheidungen auf der Grundlage von Mitsotakis‘ Äußerungen träfen. Zugleich gab er jedoch bekannt, strategische Gesprächsrunden mit Athen aufzukündigen. Erst Mitte März hatten beide Länder nach Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine beschlossen, ihre stark belasteten Beziehungen verbessern zu wollen. Die Nachbarn liegen bei einer ganzen Reihe von Themen über Kreuz. Man habe eigentlich vereinbart, nicht über Dritte, sondern direkt zu kommunizieren. Der griechische Ministerpräsident habe mit seinen Aussagen in den USA diese Abmachung gebrochen.

dpa/dtj