13.03.2022, Türkei, Istanbul: Auf diesem vom türkischen Präsidialbüro zur Verfügung gestellten Foto sind Kyriakos Mitsotakis (r), Ministerpräsident von Griechenland, und Recep Tayyip Erdoğan, Staatspräsident der Türkei, während ihres Treffens am Sonntag zu sehen. Foto: Uncredited/Turkish Presidency/AP/dpa

Inmitten des Ukraine-Krieges wollen Ankara und Athen ihre stark belasteten Beziehungen verbessern.

Beide Länder hätten eine besondere Verantwortung für die Stabilität der europäischen Sicherheitsarchitektur, die sich mit dem russischen Angriff verändert habe, zitierte die Staatsagentur Anadolu Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Sonntag nach einem Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis in Istanbul. Seitens Athen wurde die Stimmung beim Treffen als „sehr positiv“ gewertet.

Erdoğan sagte, in allen problematischen Bereichen könne man sicherlich Fortschritte erreichen. Mitsotakis bezeichnete das Treffen im Anschluss als „eine Chance für ein sehr ehrliches Gespräch“. Trotz großer Uneinigkeiten habe man das Fundament für eine Verbesserung der Beziehungen gelegt. „Wir sind mit großen Herausforderungen konfrontiert“, sagte Mitsotakis mit Blick auf den Ukraine-Krieg. Nun gehe es darum, in diesen großen Themen zu kooperieren.

Pulverfass Ägäis

Die beiden Nachbarländer und Nato-Partner sind bisher in vielen Belangen zerstritten, im Sommer 2020 standen sie kurz vor einer kriegerischen Auseinandersetzung. Konflikte gibt es unter anderem um Hoheitsrechte in der Ägäis und um die Ausbeutung möglicher Erdgasvorkommen in der Region. Auch schieben Athen und Ankara sich gegenseitig die Schuld für in der östlichen Ägäis ertrinkenden Migranten zu, die bei der Überfahrt nach Griechenland ums Leben kommen.

Das Treffen am Sonntag hatte daher besondere Bedeutung: Seit Mitsotakis‘ Amtsantritt im Sommer 2019 sind der Premier und der türkische Präsident nur dreimal am Rande von anderen Terminen wie Nato-Gipfeln und einer UN-Generalversammlung zusammengekommen, haben sich aber niemals gegenseitig offiziell besucht. Mitsotakis sagte nun, er könne sich sogar ein nächstes Treffen auf höchster Ebene im Herbst in Thessaloniki vorstellen, wenn es bis dahin keine weiteren Spannungen gebe.

dpa/dtj