Archivfoto: Mevlüt Çavuşoğlu, Außenminister der Türkei, kommt zu einem informellen Arbeitsessen beim Treffen der Nato-Außenminister in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Im Zuge der neuerlichen Annäherung zwischen Israel und der Türkei will der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu erstmals nach 15 Jahren seinen israelischen Amtskollegen Jair Lapid treffen. 

Das Treffen soll am Mittwoch stattfinden, teilte das türkische Außenministerium am Montag mit. Von israelischer Seite wurde die Reise vorerst nicht bestätigt. Vorab will Çavuşoğlu am Dienstag Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und den palästinensischen Außenminister Riad Malki treffen. Im März war Izchak Herzog als erster Präsident Israels nach mehr als zehn Jahren in die Türkei gereist.

Zwischen den einst engen Bündnispartnern Türkei und Israel war es 2010 zum Zerwürfnis gekommen, nachdem bei der Erstürmung eines Gaza-Solidaritätsschiffs durch die israelische Marine zehn türkische Staatsbürger getötet worden waren.

Annäherung in Zeiten einer Wirtschaftskrise

2016 kam es zu einer Wiederannäherung. Seit der Gaza-Krise 2018 aber, die rund um die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem eskaliert war, haben die beiden Länder keine Botschafter mehr im jeweils anderen Land.

Die Türkei, derzeit hart getroffen von einer Währungskrise mit knapp 70 Prozent Inflation, dürfte vor allem an besseren wirtschaftlichen Beziehungen Interesse haben. Israel treibt außerdem gemeinsam mit anderen Ländern ein zwischenzeitlich stockendes Gas-Pipeline-Projekt durch das östliche Mittelmeer voran. Es laufen Gespräche darüber, dass auch Ankara an dem Projekt beteiligt wird.

dpa/dtj