Erneut Rakete über der Türkei abgefangen
dtj-online
- März 13, 2026
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Erneut hat ein NATO-Abwehrsystem ein aus dem Iran abgefeuertes Geschoss über der Türkei abgefangen. Im Hintergrund drängen Deutschland und die Türkei auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt.
Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage ist nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums am Freitag ein aus dem Iran abgefeuertes ballistisches Geschoss im türkischen Luftraum von einem NATO-Abwehrsystem abgefangen worden. Wo genau die Rakete zerstört wurde, teilte das Ministerium zunächst nicht mit. Man werde jedoch weiterhin entschlossen gegen jede Bedrohung des Staatsgebiets und des Luftraums vorgehen.
Bereits am Montag war eine Rakete über der Türkei abgefangen worden. Trümmerteile gingen nach offiziellen Angaben auf freiem Gelände in der südlichen Provinz Gaziantep nieder. Eine weitere Rakete war in der vergangenen Woche nahe Hatay zerstört worden. Verletzt wurde in allen drei Fällen glücklicherweise niemand. Der Iran dementiert, die beiden Raketen abgeschossen zu haben.
Türkische Medien berichteten zudem von Sirenen nahe dem NATO-Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Provinz Adana. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Auf dem Stützpunkt sind nach US-Angaben rund 1.500 Soldatinnen und Soldaten stationiert.
Ankara will Neutralität wahren
Die Türkei bemüht sich im Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran um eine neutrale Position und setzt weiterhin auf diplomatische Lösungen. Gleichzeitig verstärkte das Land zuletzt seine Luftverteidigung. Ein Patriot-Abwehrsystem der NATO soll in der osttürkischen Provinz Malatya einsatzbereit gemacht werden.
Unterdessen rief der deutsche Außenminister Johann Wadephul bei einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan in Ankara am Donnerstag zu verstärkten diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Krieges auf. Eine dauerhafte Lösung könne nur politisch erreicht werden, betonte Wadephul. Auch Fidan sprach sich für ein schnelles Ende der Kämpfe aus, kritisierte jedoch zugleich die Angriffe Israels und der USA auf den Iran.
Beide Seiten äußerten zudem die Sorge vor möglichen neuen Fluchtbewegungen aus der Region. Wadephul erklärte, Europa habe ein gemeinsames Interesse daran, eine weitere Flüchtlingskrise zu verhindern.
dtj/dpa



