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Panorama

Erneutes Erdbeben in der Südtürkei – Sondervisa-Programm wird eingestellt

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Das deutsche Sondervisa-Programm für türkische Erdbebenopfer wird nicht verlängert. Ein „starker Rückgang“ bei den Anträgen soll der Grund dafür sein. Derweil erschüttert ein weiteres Beben die Menschen im Süden der Türkei.

Die Bundesregierung will das Sondervisa-Programm für eine beschleunigte und vereinfachte Einreise türkischer Erdbebenopfer nicht über den 6. August hinaus verlängern. Es gebe einen „starken Rückgang“ bei den Anträgen, so dass aus Sicht der Ministerien das reguläre Verfahren ausreiche, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin.

Insgesamt seien in den letzten fünf Monaten 16.200 Visa ausgestellt worden, darunter 12.300 Schengen-Visa nach dem vereinfachten Verfahren. Zum Daueraufenthalt im Rahmen des Familiennachzugs berechtigten demnach 3.800 der Visa. „Wir haben das alles ermöglicht, indem wir diese Anträge sehr stark priorisiert haben gegenüber anderen Anträgen“, sagte die Sprecherin.

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Aufenthaltsrecht kann unter Umständen verlängert werden

Dies lasse sich nur eine gewisse Zeit lang rechtfertigen, da auch andere Antragsteller ein Recht auf Bearbeitung ihrer Anträge innerhalb einer gewissen Zeit hätten. „Wenn das Visum ausläuft, dann ist zunächst das Aufenthaltsrecht damit auch ausgelaufen“, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Örtliche Ausländerbehörden entschieden dann, ob ein weiteres Aufenthaltsrecht bestehe und beantragt werden könne.

Sie sagte: „Es ist also durchaus so, dass Personen, die jetzt hier sind und über diese Regelung nach Deutschland gekommen sind, auch bei der Ausländerbehörde einen Antrag auf Aufenthalt stellen können.“

Neues Erdbeben der Stärke 5,5 in der Südtürkei

Indes erschütterte die südtürkische Provinz Adana ein Erdbeben der Stärke 5,5. Nach Angaben der Erdbebenwarte Kandilli in Istanbul ereignete sich das Beben am Dienstagmorgen um 8.44 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag demnach im Bezirk Kozan rund 64 Kilometer von der Großstadt Adana entfernt. Die Behörden meldeten zunächst keine Verletzten oder beschädigte Häuser.

Anfang Februar waren die Region und Teile Nordsyriens bereits von mehreren schweren Erdbeben getroffen worden. Rund 51.000 Menschen kamen offiziellen Angaben zufolge alleine in der Türkei ums Leben, Zehntausende Gebäude wurden zerstört. Zahlreiche beschädigte Häuser wurden noch nicht abgerissen. Orhan Tatar, Chef der Abteilung für Risikominderung bei der Katastrophenschutzbehörde Afad, rief die Menschen dazu auf, sich von beschädigten Gebäuden fernzuhalten.

dpa/dtj