Symbolfoto: Der Pilot eines griechischen Kampfjets Typ F-16 Viper salutiert, während er sich auf dem Luftwaffenstützpunkt Tanagra auf den Start vorbereitet. Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa

Zwei unbemannte Flugkörper der Türkei wurden nach Angaben der griechischen Luftabwehr gestoppt. Sie sollen die Insel Kinaros überflogen haben.

In der Nacht zu Freitag haben nach Angaben des griechischen Generalstabes zwei türkische Drohnen die kleine griechische Insel Kinaros überflogen. Die Luftfahrzeuge seien abgefangen worden, berichtete die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA. Die Überflüge fanden am Freitag um 01.22 Uhr und 03.32 Uhr (Ortszeit, 00.22 Uhr und 02.32 Uhr MESZ) statt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte zuletzt mit dem Satz „Wir könnten plötzlich eines Nachts kommen“ wiederholt in Richtung Athen gedroht. Auf der Insel Kinaros, die in der Mitte der Ägäis rund 85 Kilometer westlich von der nächstgelegenen türkischen Küste bei Bodrum liegt, lebt nur eine kleine griechische Hirtenfamilie.

Luftraumstreit hält an

Türkische Jets haben nach griechischen Angaben seit Jahresbeginn bis zum 15. September 163 Mal griechisches Territorium überflogen und 5774 Mal den griechischen Luftraum über der Ägäis verletzt. Die meisten dieser Luftraumverletzungen fanden bislang tagsüber statt. Der Überflug des Territoriums oder das Eindringen in den Luftraum eines Landes gilt als schwere Verletzung der Souveränität. Die EU hat solche Aktionen der Türkei wiederholt verurteilt.

Ankara stellt den Status zahlreicher bewohnter und unbewohnter griechischer Inseln in der Ägäis infrage. Griechenland und die Türkei standen in den vergangenen Jahren wiederholt kurz vor einem Krieg. Zurzeit ist die Lage in der Ägäis erneut äußerst angespannt.

dpa/dtj