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Gesellschaft

„House of One“ wird teurer als geplant – Info-Box eröffnet

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Rabbiner Nachama (l.), Imam Kadir Sancı (M) und Pfarrer Gregor Hohberg eröffnen die House of One-Box. Fotos: House of One/B. Pritzkuleit
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Das in Berlin entstehende „House of One“ wird deutlich teurer als geplant. Eine Info-Box klärt künftig über den Fortschritt beim Bau auf, der 2027 fertiggestellt werden soll.

Die Gebets- und Begegnungsstätte „House of One“ in der Hauptstadt kommt langsamer voran und wird auch noch teurer als ursprünglich geplant. Das wurde diese Woche im Rahmen der Eröffnung der „House of One-Box“ bekannt.

Die 2020 mit 47,2 Millionen Euro veranschlagten Kosten würden bei weitem nicht ausreichen, da durch den Krieg in der Ukraine und die Inflation vor allem die Preise von Baumaterialien in die Höhe gegangen seien, teilte Roland Stolte, Leiter der Stiftung House of One, mit. Aktuell gehe man von 69,5 Millionen Euro aus. Finanziert wird das nach eigenen Angaben weltweit einmalige Projekt von Spenden und öffentlichen Geldern. Angesichts der gestiegenen Kosten wollen Bund und Land demnach mehr zahlen.

Eine Moschee, eine Kirche und eine Synagoge unter einem Dach

In dem Gebäude sollen insgesamt vier Räume entstehen: eine Moschee, eine Kirche, eine Synagoge und ein Raum der Begegnung für Anhänger der drei monotheistischen Religionen und Interessierte. Die Pläne für das interreligiöse Projekt reichen ins Jahr 2011 zurück, 2021 wurde der Grundstein gelegt.

Über den weiteren Fortschritt auf der Baustelle am Petriplatz will die Stiftung künftig in der „House of One-Box“ informieren. Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrer Gregor Hohberg und Imam Kadir Sancı weihten dieses 44 Quadratmeter große Besucherzentrum am Mittwoch mit Gebeten aus ihren jeweiligen religiösen Traditionen ein.

Die House of One-Box von innen: Es soll ein Ort des Miteinanders und des Lernens dienen. Ein „House of One im Kleinen“, wie es der Leiter der Trägerstiftung nennt.

„Wo Vielfalt gelebt wird, ist kein Platz für Hass“

Stolte nennt es „ein House of One im Kleinen“: Es sei ein „Übergangsort, der einmal mehr zeigt, dass das Herz des House of One bereits seit vielen Jahren schlägt, lange bevor der Bau fertiggestellt ist“. Der Leiter der Trägerstiftung ist überzeugt: „Viel ist geschafft. Und auch wenn wir immer wieder gefragt wurden: ‚Gibt es das House of One noch? Es tut sich ja nichts auf der Baustelle‘ – so gab es keinen Tag, an dem wir die Hände in den Schoß gelegt hatten.“

„Die Religionen und ihre friedensschaffende Kraft rücken mit diesem Tag einmal mehr in das Bewusstsein auch der säkularen Gesellschaft“, betonte Imam Kadir Sancı im Rahmen der Eröffnung der Info-Box. „Das ist wichtig in einer Zeit, in der das Gemeinsame zu häufig nicht wahrgenommen wird.“ Es brauche Orte des gemeinsamen Lernens. „Denn wo Vielfalt gelebt wird und gegenseitige Anerkennung herrscht, ist kein Platz für Hass und Diskriminierung.“