Eine Frau legt am Grab des getöteten Mädchens in Illerkirchberg Blumen nieder. Foto: Ralf Zwiebler/dpa

Zwei Tage nach der blutigen Gewalttat auf einem Schulweg in Illerkirchberg wurde die 14-jährige Ece S. beigesetzt. Auch nach der Beerdigung bleiben viele Fragen offen.

Begleitet von Tränen, Trauer und mehreren Hundert Menschen ist das in Illerkirchberg getötete Mädchen am Mittwochnachmittag beigesetzt worden. Ein Polizeisprecher sprach von „unglaublich vielen Menschen“, die zum Friedhof kamen, um von der 14-Jährigen Abschied zu nehmen. Viele der Trauernden, es sollen um die 1.000 gewesen sein, trugen ein Foto von dem Mädchen, das der alevitischen Gemeinde angehörte, an der Jacke.

Um den Menschen ein „Gefühl der Sicherheit“ zu geben, seien auch mehrere Polizisten beim Friedhof in Illerkirchberg gewesen, sagte der Sprecher. „Es war davon auszugehen, dass in so einem Zusammenhang viele Menschen ihre Anteilnahme zeigen.“ An der Trauerfeier nahmen auch der türkische Botschafter Ahmet Başar Şen und Illerkirchbergs Bürgermeister Markus Häußler teil.

Ermittlungen laufen noch

Die Ermittlungen zur Tat, die am Montag passierte, dauern noch an. Tatverdächtig ist ein 27-jähriger Mann aus Eritrea. Neben Ece soll er auch das 13-jährige Mädchen, eine Freundin von Ece, angegriffen und schwer verletzt haben. Die Obduktion ergab, dass die 14-Jährige mit türkischem Migrationshintergrund nach Stichverletzungen verblutete.

Die Polizei fand bei dem 27-jährigen Eritreer ein Messer, das als Tatwaffe in Betracht komme. Gegen den Verdächtigen wurde ein Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes erlassen. Der Mann befand sich zuletzt verletzt in einem Justizvollzugskrankenhaus.

Doch wie kam es zu dem Angriff? Warum traf es die beiden Mädchen? Was ging in dem Täter vor? „Die Ermittlungen laufen noch“, sagte dazu nur ein Polizeisprecher am Mittwochnachmittag.

Bürgermeister nimmt Geflüchtete in Schutz

Keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und nicht zu verallgemeinern – daran appellierte auch der Bürgermeister. „Ich bitte Sie, den bei uns lebenden Geflüchteten aller Nationen weiterhin offen zu begegnen und diese nicht unter Generalverdacht zu stellen. Der Angriff auf die beiden Mädchen muss mit aller Konsequenz verfolgt und bestraft werden – dieses heimtückische Verbrechen hat aber eine einzelne Person begangen, nicht eine Bevölkerungsgruppe“, schrieb Häußler in einem offenen Brief an die Bürgerinnen und Bürger seiner Gemeinde.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte am Dienstag bei einem Besuch am Tatort noch betont, dass es keine Hinweise auf eine politische oder religiöse Motivation der Tat gebe.

dpa/dtj