06.09.2022, Niedersachsen, Hildesheim: Journalisten stehen während einer Besichtigung der Ausstellung um eine Vitrine, in der ein Bergkristallkrug mit Ornamenten und arabischer Inschrift aufgestellt ist. Foto: Michael Matthey/dpa

Die Ausstellung „Islam in Europa 1000-1250″ thematisiert mit Kunstobjekten aus europäischen Kirchenschätzen und aus dem Hildesheimer Domschatz die Gemeinsamkeiten und Verflechtungen der Kulturen im Mittelalter.

Gemeinsamkeiten statt Vorurteile und Misstrauen gegen Islam und Muslime: Die Verflechtungen der Kulturen des Mittelalters von Iran und Irak über Nordafrika und Spanien bis nach Mitteleuropa zeigt die große Sonderausstellung „Islam in Europa 1000-1250″ in Hildesheim. Die Ausstellung sei „unfassbar großartig“, sagte Kurator Felix Prinz am Dienstag. Das Museum habe 74 seltene Leihgaben etwa aus Florenz, London, Paris, Venedig und Wien erhalten – „wir haben alle Stücke bekommen, die wir wollten“. Sein Wunsch sei, dass die Ausstellungsbesucher „vor dem Hintergrund gemeinsamer Geschichte über die gemeinsame Gegenwart nachdenken“.

Denn schon im Mittelalter waren die Kulturen miteinander verwoben, wie die seit gestern  ausgestellten Kirchenschätze zeigen: Kostbare Bergkristallgefäße, Seidenstoffe, Elfenbeinschnitzereien und Übersetzungen wissenschaftlicher Literatur seien im Mittelalter aus islamisch geprägten Regionen nach Europa gekommen, teils mit christlichen Bildern und arabisch beschriftet. Darunter seien Edelsteine oder Schachfiguren, die Teil europäischer Schatzkunst wurden. Insgesamt zeigt die Sonderausstellung 93 Exponate auf einer Fläche von rund 770 Quadratmetern und ist noch bis 12. Februar 2023 im Dommuseum von Hildesheim zu sehen.

dpa/dtj