Eine Frau legt Blumen am Ort der Explosion auf der Fußgängerzone Istiklal nieder. Foto: Khalil Hamra/AP/dpa

Drei Tage nach dem Attentat in Istanbul werden noch 20 der 81 Verletzten in Krankenhäusern behandelt. 50 Menschen wurden bislang im Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen.

Sechs Menschen liegen auf Intensivstationen, teilte der Gouverneur Istanbuls, Ali Yerlikaya, auf Twitter mit. Bei dem Anschlag auf der Istanbuler Einkaufsmeile Istiklal am Sonntag waren sechs Menschen ums Leben gekommen. Bisher wurden 50 Menschen in Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Justizminister Bekir Bozdağ berichtete.

Die türkische Polizei hatte zudem bereits in der Nacht zum Montag eine Hauptverdächtige festgenommen. Die 23-jährige Syrerin soll Polizeiangaben zufolge ausgesagt haben, den Sprengsatz gelegt und im Auftrag kurdischer Milizen in Syrien gehandelt zu haben. In Teilen der türkischen Öffentlichkeit wird die offizielle Darstellung kritisch diskutiert.

Argwohn in der Türkei

Die terroristische PKK und die syrische Kurdenmiliz YPG, die Ankara für den Anschlag verantwortlich macht, haben jegliche Verantwortung für den Anschlag zurückgewiesen. Das türkische Militär geht in der Türkei und im Nordirak regelmäßig gegen die PKK und in Syrien gegen die YPG vor.

Im seit den 1980er Jahren andauernden Konflikt zwischen dem türkischen Staat und PKK sind laut der Organisation International Crisis Group in den vergangenen sieben Jahren mehr als 6.000 Menschen getötet worden, mehr als 4.000 davon sollen Mitglieder der PKK oder ihrer Unterorganisationen gewesen sein.

dpa/dtj