Ein Beamter kontrolliert am Bosporus Getreide aus der Ukraine. Foto: TCSB

Ein Frachter mit Getreide aus der Ukraine ist im Bosporus auf Grund gelaufen. Die Meeresenge bleibt vorerst gesperrt. Grund sei eine Störung am Ruder, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Meerenge wurde vorerst für den Schiffsverkehr gesperrt. Das Schiff „Lady Zehma“ hat 3.000 Tonnen Mais geladen und ist auf dem Weg nach Italien, hieß es nach Angaben des in Istanbul eingerichteten Kontrollzentrums für die ukrainischen Getreideexporte.

Der Bosporus und die Dardanellen sind wichtige Durchfahrtsstraßen, die das Schwarze Meer mit dem Ägäischen und dem Mittelmeer verbinden. Allein der Bosporus wird türkischen Behördenangaben zufolge jährlich im Durchschnitt von mehr als 40.000 Schiffen passiert. Agrarexporte über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen waren wegen des russischen Angriffskrieges zuletzt monatelang blockiert.

20 Millionen Tonnen Getreide in der Ukraine?

Die Kriegsgegner Ukraine und Russland hatten am 22. Juli unter UN-Vermittlung jeweils getrennt mit der Türkei ein Abkommen unterzeichnet, um von drei Häfen Getreideausfuhren aus der Ukraine zu ermöglichen. Es wird geschätzt, dass mehr als 20 Millionen Tonnen Getreideerzeugnisse in der Ukraine lagern.

Ein erster Frachter mit Getreide aus der Ukraine im Auftrag der Vereinten Nationen hat das ostafrikanische Land Dschibuti erreicht. Es handle sich um das erste Schiff des UN-Welternährungsprogramms mit diesem Ziel seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar, schrieb WFP-Geschäftsführer David Beasley am Dienstag auf Twitter.

Er fügte hinzu: „Nun lasst uns diesen Weizen abladen und dann weiter nach Äthiopien.“ Die Ladung ist laut dem WFP für Äthiopien bestimmt, wo mehr als 20 Millionen Menschen an Hunger leiden. Das Schiff hat 23.000 Tonnen Weizen geladen.

dpa/dtj