Rahat: Blick auf die Ausgrabungen einer mindestens 1.200 Jahre alten Moschee in der Negev-Wüste. Foto: Emil Aladjem/Israelische Altertumsbehörde/dpa

Israelische Archäologen haben drei Jahre nach der Entdeckung einer mindestens 1.200 Jahre alten Moschee in der Negev-Wüste im Süden des Landes eine zweite ganz in der Nähe gefunden.

Bei den architektonischen Überresten handle es sich erneut um eine der ältesten bekannten Moscheen weltweit, teilte die israelische Altertumsbehörde am Mittwoch mit. Auch sie sei „ein einzigartiger Fund“ und vor rund 1.200 Jahren in der Beduinenstadt Rahat erbaut worden.

Die rechteckige Moschee mit einer halbkreisförmigen Gebetsnische wurde demnach vermutlich von mehreren Dutzend Anwohnern genutzt. Sie sei mit Keramiken dekoriert, die aus dem 7. oder 8. Jahrhundert stammten, zitierte die „Times of Israel“ die an der Ausgrabung beteiligte Archäologin Elena Kogan-Zehavi.

Auch Bauernhaus christlicher Bewohner freigelegt

Die 2019 gefundene Moschee habe hingegen keinerlei Artefakte enthalten. Die Archäologen legten nach Angaben der Altertumsbehörde auch Anwesen aus der frühislamischen Zeit sowie ein luxuriöses Bauernhaus aus byzantinischer Zeit frei. Darin lebten den Archäologen zufolge wahrscheinlich wohlhabende, christliche Bauern.

Die Ausgrabungen spiegelten den Übergang vom Christentum zum Islam wider. Die nun entdeckte Moschee wurde laut Kogan-Zehavi auf Überresten der byzantinischen Zeit errichtet. Unklar ist, ob die ursprünglich christlichen Bewohner den Islam annahmen oder Nomaden in die Siedlung zogen und die neue Religion dorthin mitbrachten.

Gebiet im Jahr 636 erobert

Rahat, das mit Mekka und Medina zu den wichtigsten Pilgerstätten von Muslimen zählt, liegt knapp 100 Kilometer südwestlich von Jerusalem. Die Region, die auf dem Gebiet des heutigen Staates Israel liegt, wurde im Jahre 636 von den Arabern unter dem Kalifen Umar erobert.

dpa/dtj