Zwölf Autos wurden ebenso beschlagnahmt. Foto: Griechische Polizei

Die griechische Polizei hat eine Schleuserbande mit mindestens 23 Mitgliedern zerschlagen. Die Gruppe soll alles Nötige für eine illegale Einreise organisiert haben.

Wie Athens Polizeidirektion am Freitag mitteilte, wurden drei Griechen und sechs Ausländer festgenommen. Nach 14 mutmaßlichen Mittätern werde gefahndet.

Die Schleuser hätten seit Monaten systematisch Migranten von der Türkei aus über den Grenzfluss Meriç (griechisch: Evros) nach Griechenland gebracht. Dafür verlangten sie demnach 6000 Euro pro Person. In einem Unterschlupf der Bande seien 900.000 Euro sichergestellt worden, teilte die Polizei mit.

Transfer bis nach Westeuropa

Den Angaben zufolge wurden die Flüchtlinge nach Überquerung der griechisch-türkischen Grenze von Mitgliedern der Bande abgeholt und mit gestohlenen Fahrzeugen zum Hafen von Thessaloniki gebracht. Von dort an verlangten sie demnach weiteres Geld: Der Transfer bis nach Nordmazedonien kostete etwa 1500 Euro, die Schleusung bis nach Westeuropa 3000 Euro und ein gefälschter Pass bis zu 1600 Euro.

Schleuserbanden bringen immer wieder Migranten über den Meriç. Anschließend versuchen die Menschen durch Griechenland zu kommen, ohne sich offiziell registrieren zu lassen. Gelingt ihnen das, beantragen sie in einem anderen EU-Staat Asyl. Zurück nach Griechenland können sie dann nicht mehr geschickt werden, da ihre Fingerabdrücke in der europäischen Fingerabdruck-Datenbank Eurodac bei der Einreise nach Griechenland nicht registriert sind.

dpa/dtj