20.02.2022, Berlin: Dilan S. nahm am Wochenende in Berlin an der Demonstration "Schaut nicht weg! Solidarität mit Dilan und allen Betroffenen rassistischer Gewalt!" teil. Die 17-Jährige wurde am 5. Februar an der Haltestelle Greifswalder Straße rassistisch angegriffen. Obwohl viele Menschen anwesend waren, kam ihr ihren Angaben zufolge niemand zu Hilfe. Foto: Annette Riedl/dpa

Knapp sechs Monate nach dem rassistischen Angriff auf Dilan S. in Berlin-Prenzlauer Berg hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Nach einem Bericht des „Spiegels“ lauten die Vorwürfe Beleidigung, Bedrohung und gefährliche Körperverletzung. Angeklagt sind demnach drei Frauen und drei Männer im Alter von 24 bis 54 Jahren. Nach dem Bericht prüft das Amtsgericht Tiergarten nun, ob die Anklage zugelassen wird. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft wurde die Anklage Ende Juli erhoben. Weitere Angaben konnte oder wollte er nicht nennen.

Die damals 17-Jährige war Anfang Februar nach ihrer Schilderung von drei Frauen und drei Männern rassistisch angepöbelt, verprügelt und getreten worden. In einem Video aus dem Krankenhaus, das später viral ging, berichtete sie später teilweise weinend von dem Vorfall. Daraufhin gab es viele Reaktionen im Internet.

Die Tat hatte im Februar für großes Aufsehen gesorgt – nicht zuletzt deshalb, weil die Polizei die Ursache des Angriffs zunächst falsch dargestellt und in einer Mitteilung geschrieben hatte, Auslöser des Konflikts sei gewesen, dass die junge Frau keine Corona-Maske getragen habe. Auch die Deutsche Presse-Agentur hatte diese ursprüngliche Darstellung der Polizei in einer Meldung übernommen und zudem die schon in der Polizei-Mitteilung genannten Hinweise der jungen Frau auf rassistische Beleidigungen nicht erwähnt.

dpa/dtj