Archivfoto: Recep Tayyip Erdoğan geht mit seiner Delegation auf dem Weg zum Nato-Treffen. Foto: Facebook/Recep Tayyip Erdoğan

Inmitten der Krise zwischen Moskau und Kiew reist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan an diesem Donnerstag in die Ukraine.

Bei einem Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj sollen neben Handelsbeziehungen auch die Spannungen in der Region thematisiert werden, wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Erdoğan hat angeboten, zu vermitteln und ein Treffen zwischen Selenskyj und Russlands Präsident Wladimir Putin in der Türkei angeregt. Kiew zeigte sich dazu bereit. Die Reaktion aus Moskau war eher verhalten.

Das Nato-Mitglied Türkei unterhält sowohl enge Beziehungen zur Ukraine als auch zu Russland. Angesichts des Aufmarschs von mehr als 100.000 russischen Soldaten in der Grenzregion zur Ukraine gibt es Befürchtungen vor einer Invasion.

Türkei liefert Drohnen

Erdoğan bezeichnete dies jüngst als „nicht realistisch“. Zugleich mahnte er, man könne Dinge nicht zum Laufen bringen, in dem man Land einnehme. Erdoğan hat mehrmals bekundet, auch Putin treffen zu wollen. Ein Termin ist nicht bekannt.

Die Türkei verweist immer wieder auf die Unabhängigkeit der Ukraine. Sie liefert der ehemaligen Sowjetrepublik beispielsweise Kampfdrohnen. Zugleich hat die Türkei ein großes Interesse an guten Beziehungen mit Russland: Die meisten Touristen reisen aus Russland in die Türkei. Moskau ist außerdem größter Gaslieferant: 2020 stammten fast 34 Prozent der Gasimporte von dort.

dpa/dtj