Başakşehir, der neue Club von Mesut Özil, ist eng mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und seiner Partei AKP verbunden. Foto: Medipol Başakşehir

Ex-Weltmeister Mesut Özil hat seinen Vertrag mit Fenerbahçe Istanbul aufgelöst. Die anschließende Vereinssuche dauerte nicht lange.

Trotz mehrmaliger Beteuerungen und Versprechen ist Mesut Özil kein Fenerbahçe-Spieler mehr. Man habe den Vertrag einvernehmlich aufgelöst, hieß es in einer knappen Mitteilung des Clubs vom Mittwoch. Man wünsche Özil für seine weitere Karriere viel Erfolg. Zu Beginn der Woche hatten bereits türkische Medien von der Vertragsauflösung berichtet. Dort hieß es zudem, Özil sei beim türkischen Erstligisten Medipol Başakşehir, der ebenfalls in Istanbul ansässig ist, im Gespräch.

Başakşehir wiederum gab den Gerüchten Aufwind: Kurz nach der Mitteilung Fenerbahçes teilte Başakşehir den Song „Sprenge deine Fesseln“ des Sängers Tarkan auf Twitter und verlinkte Özil in dem Tweet. Am Nachmittag erfolgte dann schon die Vorstellung und Unterschrift. Başakşehir gilt als Club, der Präsident Recep Tayyip Erdoğan nahesteht. Der Politiker war vor drei Jahren Trauzeuge von Özil.

Turbulente Zeit bei Fener

Özil, der im vergangenen Jahr vom FC Arsenal aus der englischen Premier League zu Fenerbahçe gewechselt war, war seit März aus dem Kader ausgeschlossen. Sein Vertrag bei dem Spitzenclub lief eigentlich noch bis zum 30. Juni 2024. Vor einem Monat hatte der 33 Jahre alte Weltmeister von 2014 noch betont, trotz Suspendierung seinen Vertrag bei seiner „Jugendliebe“ Fenerbahçe erfüllen zu wollen. Das Kapitel endet für beide Seiten damit als großes Missverständnis.

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Der Grund der Suspendierung war nicht öffentlich gemacht worden. Im November hatte Vereinspräsident Ali Koç beklagt, der 92-malige deutsche Nationalspieler müsse sich endlich auf seine Arbeit konzentrieren und seine geschäftlichen Angelegenheiten beiseite legen.

Bei Başakşehir, das vom ehemaligen Fenerbahçe- und Galatasaray-Spieler Emre Belözoğlu trainiert wird, unterschrieb der einstige Weltstar einen Vertrag bis Sommer 2023. „Ich will nicht mehr viel über Fenerbahçe sprechen, werde aber immer ein großer Fan des Vereins bleiben. Nun bin ich bei Başakşehir und glücklich. Ich will einfach nur Fußball spielen und erfolgreich sein“, erklärte Özil, der für seine neue Mannschaft im Trikot mit der Nummer 10 auflaufen wird, nach der Vertragsunterzeichnung.

dpa/dtj