Peshawar: Pakistanische Händler nehmen an einer Demonstration teil, nachdem zwei indische Parteisprecher der hindunationalistischen Regierungspartei sich abfällig über den Propheten Muhammad geäußert hatten. Foto: Muhammad Sajjad/AP/dpa

Tausende Muslime sind in Indien, Bangladesch und Pakistan auf die Straße gegangen, um gegen beleidigende Äußerungen zweier indischer Parteisprecher über den Propheten Muhammad zu protestieren.

Demonstrationen gab es in den drei Hauptstädten sowie mehreren weiteren Städten, oft in der Nähe von Moscheen. Dies berichteten örtliche Medien und Behörden am Freitag.

Hintergrund der Proteste waren abfällige Äußerungen einer Sprecherin der indischen hindunationalistischen Regierungspartei über den Propheten Muhammad im Fernsehen. Ein anderer Sprecher hatte den Propheten anschließend auf Twitter beleidigt. Damit lösten sie viel Wut in mehreren muslimischen Ländern aus. Teils bestellten diese Länder indische Diplomaten ein und forderten eine öffentliche Entschuldigung.

Die hindunationalistische Regierungspartei hat die Sprecherin und den Sprecher inzwischen beurlaubt beziehungsweise aus der Partei entlassen. Indische Diplomaten sowie das Außenministerium haben sich von den Äußerungen distanziert.

Mehr als 200 Millionen Muslime in Indien

Die aktuellen Proteste fanden nach dem Freitagsgebet statt. Ein Protestorganisator in Pakistan sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass sie einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit dem Nachbarland Indien fordern. In Bangladesch kündigte ein Organisator weitere Proteste an.

Indien ist die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern. Die meisten von ihnen sind Hindus. Es leben aber auch mehr als 200 Millionen muslimische Menschen im Land. Kritiker der hindunationalistischen Regierungspartei von Premierminister Narendra Modi werfen ihr vor, muslimische Menschen zunehmend zu Bürgern zweiter Klasse zu degradieren.

dpa/dtj