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Panorama

Türkei-Urlauber auf dem Balkan um 240.000 Euro erleichtert

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Serbische Kontrollbehörden fanden im Fahrzeug eines Autofahrers viel Geld und beschlagnahmten es. Das könnte auch am Wohnort des in Europa lebenden Türken ein Nachspiel haben. Finanzämter werden nun womöglich fahnden. Quelle: Shutterstock
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Der Sommerurlaub ist für viele Menschen eine Zeit der Entspannung und des Genießens der freien Zeit. Unter den Touristen aus Deutschland gibt es eine bemerkenswerte Gruppe, die sich jedes Jahr auf eine etwas andere Art und Weise auf den Weg in die schönste Zeit des Jahres macht: Deutsch-Türken, die mit dem Auto in die Türkei reisen. Viele Gründe sprechen dafür, einige dagegen. Dass es oft besser ist, sich dabei an die Gesetze zu halten, zeigt ein jüngster Fall.

Für die allermeisten Deutsch-Türken, auch für diejenigen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, spielt die türkische Herkunft eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Sie haben oft starke familiäre Verbindungen in die Türkei und fühlen sich mit dem Land ihrer Vorfahren eng verbunden. So reisen sie jährlich in die Türkei und erkunden selten andere Länder.

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Und das, obwohl wirklich viele immer noch per Auto in die Türkei fahren. Dabei ziehen sie sang- und klanglos an wunderschönen Landschaften, pulsierenden Hauptstädten und geschichtsträchtigen Ortschaften vorbei. Das betrifft nicht nur in Deutschland lebende Türken, ähnliches gilt auch für jene, die in Frankreich oder den Benelux-Ländern leben. Warum setzen sie so stark auf das Auto und nehmen die oft mehrere Tage dauernde, zwar oft erlebnisreiche, aber auch beschwerliche Fahrt in die Heimat auf sich?

Das Reisen mit dem Auto bietet eine größere Freiheit und Flexibilität im Vergleich zu anderen Transportmitteln wie das Flugzeug oder der Bus. Deutsch-Türken haben oft eine Vielzahl an Gepäckstücken dabei, die sie mitnehmen möchten, sei es Geschenke für Verwandte oder persönliche Gegenstände, die sie während ihres Aufenthalts oder für ihre Wohnung in der Türkei benötigen. Mit dem Auto können sie diese Gegenstände problemlos transportieren und haben keine Einschränkungen hinsichtlich des Gewichts oder der Menge des Gepäcks.

Kosteneffizienz und ganz viel Gepäck

In einigen Fällen ist eine Autofahrt in die Türkei auch kosteneffizienter als andere Reisemöglichkeiten. Insbesondere für Familien oder größere Gruppen kann der Flugticketpreis für alle Mitglieder erheblich sein. Das Fahren mit dem Auto stellt dann eine wirtschaftliche Alternative dar, insbesondere wenn die Kraftstoffkosten und die Kosten für Unterkünfte auf der Strecke berücksichtigt werden.

Das Fahren mit dem eigenen Auto gibt den Reisenden ein Gefühl der Unabhängigkeit. Sie können Pausen einlegen, den eigenen Zeitplan bestimmen und nach Belieben Routenänderungen vornehmen. Dies kann für Deutsch-Türken, die ihre Heimat besuchen, besonders wichtig sein, da sie möglicherweise häufige Familienbesuche planen oder an bestimmten Festlichkeiten teilnehmen möchten.

Auch illegale Absichten machen den PKW attraktiv

Doch auch Gründe im Graubereich oder illegaler Natur spielen in vereinzelten Fällen eine Rolle bei der Entscheidung pro Auto. Wie in einem jüngst bekannt gewordenen Fall eines mit dem Auto reisenden, im europäischen Ausland Türken, bei dem die Vorfreude auf den Urlaub ein bitteres Ende nahm. Im Netz kursiert ein Video, das zeigt, wie er in Serbien angehalten wurde.

Die serbischen Kontrolleure stellten dabei laut unbestätigten Informationen 240.000 Euro sicher. Das Geld war, wie in dem Video zu sehen ist, in den Sitzen und in anderen vermeintlich geheimen Ecken des Autos verstaut. Das Problem: Bei internationalen Reisen sind, zum Zwecke des Geldwäscheschutzes, pro Person maximal 10.000 Euro Bargeld zugelassen.

Die serbische Staatskasse freut’s

Dem Türkeistämmigen muss diese Regelung bekannt gewesen sein. Die akribisch versteckten Scheine lassen zumindest darauf schließen. 240.000 Euro ist eine wirklich hohe Summe. Das wird wohl vorerst der serbischen Staatskasse zugute kommen. Das beschlagnahmte Geld wird in jedem Fall einbehalten.

Die Reaktionen im Netz fallen unterschiedlich aus. Manche finden das Vorgehen der serbischen Behörden richtig, andere halten das Verhalten des Reisenden naiv und dumm und haben Tipps. „Hätte er sich mal eine Rolex gekauft mit dem Geld und wäre damit gereist“, schreibt etwa ein User.