Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar winkt während der Militärübung "Mavi Vatan 2022" in der Ägäis Kampfbombern zu. Foto: TCSB

Die Türkei hat Vorwürfe über Verletzungen des griechischen Luftraums durch die türkische Luftwaffe zurückgewiesen. Griechenland hatte zuvor von zahlenmäßig „noch nie dagewesenen Überflügen türkischer Kampfjets über griechisches Territorium“ gesprochen.

Die Anschuldigungen entsprächen nicht der Wahrheit, teilte das türkische Außenministerium am Donnerstagabend mit. Die griechische Regierung hatte zuvor mitgeteilt, man habe die Nato, die EU und den UN-Sicherheitsrat über zahlenmäßig „noch nie dagewesene Überflüge türkischer Kampfjets über griechisches Territorium“ informiert.

Beide Staaten sind Nato-Mitglieder. Laut türkischer Darstellung soll die griechische Luftwaffe ihrerseits zwischen dem 26. und 28. April türkischen Luftraum an der westlichen Mittelmeerküste verletzt haben – worauf die Türkei ihrer Darstellung zufolge entsprechend geltender Regeln reagiert habe.

Athen zählt Grenzübertritte

Athen hatte Ankara vorgeworfen, dass am Mittwoch türkische Kampfbomber mehrfach über sieben bewohnte griechische Inseln in der Ostägäis geflogen seien. Diese Aktionen Ankaras gefährdeten den Zusammenhalt der Nato in der Region, hieß es vom griechischen Außenministerium.

Erdgaskonflikt mit der Türkei: Griechenland rüstet weiter auf

Griechenland wirft der Türkei immer wieder Luftraumverletzungen vor. Die beiden Nachbarländer liegen bei vielen Themen über Kreuz. Die Türkei wirft Griechenland etwa vor, Inseln unrechtmäßig zu militarisieren. Athen hingegen begründet die Militarisierung mit einer Bedrohung seitens der Türkei und dem Recht auf Selbstverteidigung. Beide Seiten hatten zuletzt aber den Willen zur Verbesserung der Beziehungen bekundet.

dpa/dtj