Archivfoto: Ersin Tatar, Präsidentschaftskandidat der konservativen Nationalen Einheitspartei (UBP), gibt seine Stimme bei den Präsidentschaftswahlen ab. Foto: Nedim Enginsoy/AP/dpa

Die Bürgerinnen und Bürger der Republik Nordzypern sind am Sonntag dazu aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen.

Zu der Abstimmung um die 50 Sitze treten rund 400 Kandidat:innen aus 8 Parteien sowie 3 unabhängige Kandidaten an. In Umfragen liegt die Nationale Einheitspartei (UBP) von Präsident Ersin Tatar vorn. Tatar wurde 2020 bei den Präsidentschaftswahlen gewählt, 2018 wurde das Parlament zuletzt gewählt.

Tatar und seine Partei gelten als Verfechter einer Zwei-Staaten-Lösung für die geteilte Insel und als treue Verbündete des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Die Republik Zypern, deren Regierung den Südteil lenkt, gehört seit 2004 zur Europäischen Union. Die jüngsten Verhandlungen zur Überwindung der Teilung waren 2017 gescheitert.

Lira-Krise führt auch auf der Insel zu hoher Inflation

Im Wahlkampf um die Stimmen der rund 200.000 Wahlberechtigten hat besonders das Thema Wirtschaft dominiert. Der nördliche Teil Insel ist international isoliert und stark abhängig von der Türkei, die Lira-Krise und die steigende Inflation dort trifft auch die Nordzyprer stark.

Die Wahlen finden ein Jahr früher als geplant statt. Ex-Premierminister Ersan Saner von der UBP hatte im Oktober 2021 seinen Rücktritt eingereicht und Neuwahlen gefordert. Er nannte Beschlussfähigkeitsprobleme im Parlament, Entwicklungen innerhalb der beiden Koalitionspartnerparteien – der Demokratischen Partei (DP) und der Wiedergeburtspartei (YDP) – sowie Probleme in der Regierung als Gründe. Seit dem Rücktritt Saners hat Faiz Sucuoğlu (UBP) den Posten des Premiers übergangsweise inne.

dpa/dtj