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Türkisches Social Media spottet über Fatih Terim: Im“para“tor

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Der türkische Fußballtrainer Fatih Terim muss sich noch an den Namen seines neuen griechischen Vereins gewöhnen. Das Netz kennt aber keine Gnade. Fotomontage: DTJ
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Erst war Fatih Terim für mehrere Wochen von der Bildfläche verschwunden, als in den türkischen Medien ein besonderer, nach ihm benannter Betrugsfall publik wurde. Dann folgte sein fluchtartiger Wechsel zum derzeitigen Tabellenführer Griechenlands. In der türkischen Social-Media-Welt wird er nun zum Meme.

In der Türkei fragten sich viele, was genau vor sich ging, als die ehemalige Denizbank-Filialleiterin Seçil Erzan mit der Trainerlegende Fatih Terim und einem Geldwäscheskandal in Verbindung gebracht wurde. Wenig später tauchte der Coach plötzlich in Athen auf, gab Interviews und verschwand wieder in einem schwarzen Van mit getönten Scheiben. Er erklärte, dass er viel dazu zu sagen habe, dies jedoch zur rechten Zeit tun werde. Die Verwirrung war perfekt.

Eine seltsame politische Einmischung

Die Nachricht, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Wechsel der türkischen Trainerlegende Terim zu Panathinaikos begrüßte, sorgte für weitere Verwirrung. Schließlich hätte der höchste türkische Regent kaum etwas mit dem Transfer eines prominenten Fußballtrainers zu tun haben sollen. Dennoch überraschte das Kenner der türkischen Verhältnisse nicht.

Schließlich hatte Erdoğan zuvor ein Stadion für den Verein Başakşehir bauen lassen und nach Fatih Terim benannt. Und dessen Errungenschaften um den türkischen Fußball sind zweifellos bemerkenswert. Als bisher einziger türkischer Coach gewann der mittlerweile 70-Jährige einen internationalen Titel und trainierte europäische Spitzenclubs wie die Fiorentina und den AC Mailand. Die politische Einmischung Erdoğan führt dennoch zu zusätzlichen Fragen.

Parallelen zwischen Galatasaray und Panathinaikos

Terim hatte bereits bei Galatasaray mit herausragenden Spielern wie Gheorge Hagi, Hakan Şükür, Bülent Korkmaz, Okan Buruk, Tugay Kerimoğlu und Emre Belözoğlu zusammengearbeitet und Fenerbahçe Istanbul, dem Erzrivalen, zwischen 1996 und 2000 das Nachsehen gegeben. Mit den vier aufeinanderfolgenden Meisterschaften hält Terim bis heute einen türkischen Rekord.

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Sportlich betrachtet ähneln die Bedingungen bei Panathinaikos denen von Galatasaray. Als Terim 1996 erstmals den Trainerposten bei Galatasaray übernahm, war der Verein viele Jahre lang erfolglos. Ähnlich erging es zuletzt Panathinaikos, dem sein einstiger Glanz jüngst abhanden kam. Die Leistungen der letzten Jahre: eher Durchschnitt. Der erfahrene Terim soll das nun ändern.

Herausforderungen abseits des Platzes

Und aktuell läuft es gut für Terim: Der Rekordmeister Olympiakos Piräus liegt derzeit acht Punkte hinter Spitzenreiter Panathinaikos, das die ersten beiden Partien unter dem neuen Coach gewinnen konnte. Abseits des Spielfelds sorgte Terim indes auch für amüsante Momente. Bei seiner Ankunft in Griechenland versuchte er, sein Wissen über die griechische Liga zu zeigen, stolperte jedoch über den Namen seines eigenen Vereins.

Seine Schwierigkeiten bei der korrekten Aussprache von „Panathinaikos“ wurden zu einem unterhaltsamen Thema in den sozialen Medien. Er sprach von „Panathiakos“, was wie eine Art Symbiose des richtigen Titels mit dem Namen des Erzrivalen Olympiakos klang.

„Panathiakos“ oder „Parathinaikos“?

Und nun, nach dem zweiten Sieg seiner Mannschaft, hatte er erneut große Probleme mit dem Namen seines Vereins. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Panetolikos (2:1) machte er durch seine ausdrucksstarke Mimik zusätzlich auf sich aufmerksam. Er nannte seine Mannschaft diesmal „Parathinaikos“ und landete prompt in den Charts der türkischen sozialen Medien.

Die Tatsache, dass Terim das Wort „Para“ – türkisch für Geld – in seinen Namensverwechslungen verwendete, sorgte für zynische Kommentare. Angesichts seines überstürzten Wechsels ins Nachbarland und der vorherigen Diskussionen über den „Fatih-Terim-Fonds“, bei dem zahlreiche Personen um beträchtliche Geldbeträge betrogen worden sein sollen, entstanden spöttische Bezeichnungen wie „Im“para“tor“ für den in der Türkei noch heute als „Imperator Terim“ gefeierten Coach.